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2 (1845)
Entstehung
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Doch nehmen mir den Faden der Geschichte des Ordens wiederauf, nnd betrachten wir die Ausbreitung und die Schicksale desselbenin den verschiedenen europäischen Ländern.

Schicksale -es Jesuitenordens in -cn verschiedenen europäischen Ländern bis zuseiner faktischen Aufhebung. '

a. Zu Portugal und Spanien.

Schon oben erwähnten wir, daß Rodriguez und Laviernach Portugal abgingen. König Johann III. aber gewann sie solieb, daß er beide an seinem Hofe behalten wollte. Allein Lavierbestand auf seinem Vorhaben, die Indianer zu bekehren, nnd reistealso auf einer königlichen Flotte von Lissabon, mit königlichenund päpstlichen Vollmachten versehen, nach Indien ab. Rodriguezblieb zurück und arbeitete rastlos in diesem Lande an der Vergröße-rung seines Ordens. Der König selbst ließ ihm die Kirche dcS heil.Antonius zu Lissabon einräumen, nnd zu Coimbra ein äußerstprachtvolles Collegium sür diejenigen erbauen, welche Ignatiusbald nachscnden konnte. Im Jahre 1544 zählte dieses Collegiumbereits 60 Mitglieder. Selbst Leute aus dem ersten Adel baten umAufnahme und so gewann der Orden bald an Reichthum undAnsehen.

Der Jesuite Araoz richtete sein Augenmerk auf Spanien,wo er in Barcelona von Franz Borgia, dem damaligen Statthalter,mit besonderer Gunst ausgenommen wurde. Nicht lange darauffaßte auch Franz Villanuova festen Fuß in Spanien undbrachte mehrere junge Leute unter die Fahne des heil. Ignatius.Sofort erhielten sie auch vom Hofe mächtige Unterstützung, undbald hatten sie in den vornehmsten Städten des Königreichs ihreHäuser und Kollegien, die sich durch milde Stiftungen noch beträcht-lich vermehrten.

Aber auch der Papst bewies sich gegen den Orden sehr gefällig,bestätigte ihn im Jahre 1545 neuerdings, nnd ertheiltc den Mitglic-

^ Scheu mehrere Jahre früher, als das meisterhafte Gebäude des Jesui-tenordens kraft kirchlicher Auktorität zusammenstürztc, war derselbe durch diewidrigsten Schicksale faktisch zu Grunde gerichtet, wie wir im Verlaufe seinerGeschichte sehen werden.