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war, Rom zu seinem Wohnorte, in alle Länder aber rcis'tcn Missio-näre, und gerade durch Missionen begründete der Orden seine glück-liche Entfaltung und seinen Einfluß.
Verweilen wir indessen, bevor wir zur weitern Geschichte desOrdens schreiten, noch einige Augenblicke bei den letzten Schicksalenseines heiligen Stifters. Tic Weisheit und Liebe, womit er seinenOrdensgcnossen Vorstand, gewannen ihm Aller Herzen. SeineAnordnungen waren nicht so säst Befehle, als Bitten und Wünsche.Selbst der Nachlaß seiner schon länger etwas schwächlichen Gesund-heit hielt ihn nicht von seinen gewohnten Arbeiten ab. Sein schöner,von den Vcrlänmdern seines Ordens so schnöde mißbrauchter Wahl-spruch lautete: „Alles zur größcrn EhreGottcs." FünfzehnJahre lang stand er seinem Orden als General vor; endlich abernahmen seine Gebrechlichkeiten sosehr überhand, daß er einen Ge-hilfen verlangte, auf den er die mühvollsten Verrichtungen seinesAmtes, daS ihm der Papst sein Lebenlang beiznbehalten befohlenhatte, niedcrlegcn könnte. Die ihm hiedurch frei gewordene Zeitwidmete er ganz dem Gebete, um sich würdig zum Tode vorzu-bcreiten. Am Vorabende seines Hintritts verlangte er noch vomPapste den letzten Segen. Des andern Tages frühe erhob er seineAngen und Hände gegen Himmel, sprach den süßen Namen Jesuaus und entschicf selig im Herrn den 31. Julius 1556 iu seinem65. Lebensjahre. Die allgemeine Meinung von seiner Heiligkeitvor und nach seinem Tode wurde durch viele Wunder bestätigt.Paul V. sprach ihn 1600 selig und Gregor XV. setzte ihn imJahre 1622 unter die Zahl der Heiligen.
Sein Nachfolger im Gencralate war Lainez, ein thatkräftiger,besonnener Manu mit gründlicher Wissenschaft. Ignatius hatte derGesellschaft das innere thätige Lebensprincip gegeben, Lainez abergab ihr die passende Form, in welcher sich das Lebensprincip offen-baren konnte, so daß die meisterhafte Organisation des Ordens alssein Werk zu betrachten ist. Ignatius trug daö Seinige bei durchseine religiöse Kraft, Lainez sah ein, was seiner Zeit Noch thue,daß nämlich die Wissenschaft für den Dienst des Glaubens in Be-sitz genommen, und die edelsten Kräfte dafür angeregt werden müß-ten, und so vereinigte denn der Orden die zwei seltensten Elementein sich: Begeisterung und Besonnenheit.