Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
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giöse Bildung ist vorangeschritten, und man fängt an, die Jung-frauen zu einer ächten, liebenswürdigen und zugleich aufgeklärtenund reifen Gottesfurcht, welche nebst den Pflichten auch die Wohl-austäudigkcit zu beobachten weiß, hcrauznbildeu. Sie erhalten inder Grammatik, Geschichte und Geographie genügenden Unterricht,auch in Handarbeiten werden die Kinder mit äußerster Sorgfalt un-terrichtet und bringen cS hierin nicht selten ziemlich weit. Dabeiwird auch daS Wohlanständige nicht übersehen. Ja! ich kenne An-stalten, in denen man sie zur Führung einer Haushaltung, zur Ord-nung und zu Allem hcranbildct, was ein wohlbeftclltcs und gutgeleitetes HauSwesen erfordern kann. Nirgends wird man einezärtlichere und unermüdlichere Sorgfalt für die Gesundheit der Kinderfinden, um thcils die glückliche Naturaulage auszubildeu, theils dasFehlerhafte am Charakter zu verbessern. Zwar weiß ich hiebei rechtgut, daß eS unbeugsame Herzen gibt, welche für Lob und Tadelgleich unempfänglich sind: jedoch könnte ich mich auf daS Zeugnißehrenwerther Familienväter berufen, und an sie die Frage stellen,ob sie sich nicht glücklich fühlen, daß sie ihre Töchter solch' frommenGenossenschaften anvertraute» ?"

Indessen vergessen wir bei all diesen Lobeserhebungen, welche wiran die sich mit Unterricht beschäftigenden Congrcgationen verwendethaben, keineswegs die jenen Gemeinschaften schuldige Gerechtigkeit,welche sich einzig der Einsamkeit und dem Gebete widmen. Jeden-falls aber gibt eS in Frankreich nur wenige Anstalten letzterer Art;manche von ihnen glaubten sogar, ihre alten Satzungen modificirenzu müssen, und arbeiten nunmehr an der Unterweisung der niedrigstenVolksklassen."

Denn ich sehe in der Thal nicht ein, wie anders jedem Be-dürfnisse, jedem Wunsche Häuser offen stehen sollten, wenn man nichtJedem die Freiheit lassen wollte, seiner Neigung zu folgen und seinGlück in der Einsamkeit zu suchen, wenn er eS da zu finden glaubt.Unter allen Verhältnissen, in die der Mensch hieniedeu kommen kann,findet man starke, eifrige, unermüdliche Seelen, die niemals zufriedensind, und von denen man sagen kann, sie glauben, Nichts geleistetzu haben, wenn ihnen noch Etwas zu thun übrig ist; ihre Laufbahnkennt keine Grenzen. So begnügen sich z. B. manche Gelehrte nicht