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mag auch ihre Bestimmung nicht so ergreifend sehn, sie doch einwirksameres Mittel zur Verbesserung der Sitten in den Städten undauf dem Lande sind. „CS ist zwar eine durch zu häufige Wieder-holung abgenutzte, aber nichts desto weniger unbestreitbare Wahr-heit, daß Frankreichs künftiges Schicksal von der Erziehung derwerdenden Generationen bedingt ist und eS wäre daher ein groberMißgriff, wenn man sich um die Erziehung des weiblichen Ge-schlechts nicht sehr bekümmern wollte. Wie viel ist nicht daran ge-legen, schon von ferne her gute Familienmütter heranzubilden, sieschon zum Voraus zu ciuem frommen, zarten und bescheidenen Be-nehmen zu erziehen, welches ja doch den Reiz und das Glück deshäuslichen Lebens ausmacht? ES verdient eines besonderer Nach-druckes: in jeder Familie ist die erste Erziehung der Mutter über-lassen; von ihr erhält das Kind die ersten Eindrücke für das Guteund Böse. Auch berühmte und gebildete Leute haben es nicht ihrerfür unwürdig erachtet, sich mit der Erziehungsweise des weiblichenGeschlechtes zu befassen, und es so vorzuberciten, daß es seine natür-liche Bestimmung in der Gesellschaft mit gutem Erfolge ausfüllenmöge. Davon zeugen Hieronymus in seinem Brief an die WittweLäta, und Fünvlon in seiner vortrefflichen Abhandlung über diesenPunkt."
„Gewiß wäre die häusliche Erziehung am meisten zu empfeh-len, wenn alle Mütter vermöge ihrer persönlichen Eigenschaften,ihrer Bildung, ihrer Fähigkeit, und ihrer Stellung in der Gesellschaftim Stande wären, ihre Töchter zu erziehen; allein man weiß leider,daß dem nicht also ist; der wirkliche Stand unserer Sitten und derCivilisation überhaupt erregt das Bedürfnis; öffentlicher Erziehungs-anstalten; und wo könnte man hiezu reinere, weisere und geschicktereHände finden, als in den geistlichen Genossenschaften? In ihnen findetder Unterricht den größten Nachdruck, weil das Beispiel ihn lebendigmacht; die Wachsamkeit wird in ihm eher erhalten, weil sie von demGewissen mehr geweckt wird; die Sorgfalt ist viel mütterlicher, weilAlles ans reiner und lauterer Liebe geschieht. Ich will zwar meinemJahrhunderte nicht schmeicheln, aber so viel muß jeder Freund derWahrheit eiyräumen, daß die Erziehung in den Gemeinschaften sicheiner vernünftigeren Leitung zu erfreuen hat, als ehedem; die reli-