Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
Seite
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mit der Sammlung eines reichen Schatzes von Kenntnissen; neinsie scheuen keine Nachtwachen und Ermüdungen, um das Dunkelstedes grauesten Altcrthnms zu beleuchten. Manche Reisende sind un-ersättlich in Entdeckungen; sie sind nicht zufrieden, wenn sie mühe- undgefahrlos weite schöne Gegenden durchwandert haben; nein, sic müssenden Gipfel der Kordilleren besteigen oder mitten in der brennendenSandwüste Amerikas irgend eine unsichere bewohnbare Stätte suchen.Wohlan denn: auch für fromme Seelen sind die gewöhnlichen An-forderungen zu wenig; sie streben nach der ganzen evangelischenVollkommenheit. Ferne sei von uns Verkennung und Gering-schätzung; neben großen Vergehen sind auch großartige Anösühnungcnnothwcndig. Der christliche Geist weilt vertrauensvoll bei jeneneinsamen Opfern der Frömmigkeit, welche, ferne vom Geräusche derWelt, zwischen dem erzürnten Himmel und der schuldbelastctcn Erdeals Vermittler erscheinen. Gönnen wir der Reue über vcrübtcöUnrecht, wie der beeinträchtigten Unschuld, ihre Zufluchtsstätten!Mögen daher immerhin Frauen wie die heilige Theresia der Gluthihrer frommen Wünsche leben, und solche wie La Valliere ihre Ver-irrungen beweinen! WaS ereignet sich so oft? Nach dem wogendenTreiben in der Gesellschaft, nach häuslichen Unfällen, nach Erkennungder Eitelkeiten und des Nichts aller menschlichen Größen fühlt manein Bedürfnis; nach Ruhe und Zurückgezogenheit. Man will einerWelt entfliehen, in der man sich in so manchen süßen Hoffnungenso fürchterlich getäuscht hat, einer Welt, die von allen Seiten Ein-sturz droht. Und zu allen Zeiten hat man edle Frauen gesehen,welche das Geräusch der Welt mit der Ruhe in der Zurückgezogen-heit vertauscht haben. Davon zeugen im 5tcn Jahrhunderte jenevon dem heiligen Hieronymus gepriesenen Frauen, die aus Familien,wie die der Seipionen und deS Paulus Aemilius waren, abstamm-tcn; unter Ludwigs XIII. Negierung Frauen, wie Fremiot vonChantal und wie die Herzogin von Montmoreney, und in unfernTagen Louise de Bourbon und Louise de Conds. Achten wir daherdas, was alle christlichen Jahrhunderte geachtet haben." '

> FraysfinonS in seiner Rede in der Pariser Kammer am 13. Juli 1824.