Druckschrift 
2 (1845)
Entstehung
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Durst nach dem Lesen theologischer Schriften zu stillen. Eifrigstlegte er sich nunmehr auf das Studium der Theologie, und dasLesen der heiligen Schriften und der Kirchenväter wurde seineLieblingsbeschäftigung. Zum Priester geweiht zeigte er sich alöbaldals einen eifrigen Nachfolger der Jünger Jesu Christi, widmetesich mit allem Eifer dem Predigtamte, arbeitete unermüdlich an derBekehrung der Ketzer und Besserung der Sünder, und ward einliebevoller Vater der Armen. Da er Bürger zu Mailand war unddaselbst einige Güter besaß, mußte er jährlich sich eine Zeit langin dieser Stadt aufhalten. So kam es nun, daß er sich daselbstim Jahre 1525 in die Brüderschaft zur ewigen Weisheitaufnehmen ließ. Vor allen Andern schloß er sich besonders enge andie beiden cdeln Mailänder Ferrari und Morigia an, welchegleichfalls Mitglieder dieser Brüderschaft waren. Ferrari, (geb.im Jahre 1497) hatte sich als Rechtsgelehrter ausgezeichnet, undsich der Frömmigkeit und Armenpflege in hohem Grade hingegeben.Morigia aber (geb. 1493) war ein grundgelehrter Mathematiker undhatte bei seinem bedeutenden Vermögen ein etwas lockeres Lebengeführt. Allein einstmal besuchte er seine Basen in einem Klosterund von einem Strahle der Gnade berührt bewies er bald einetreffliche Aenderung in all' seinem Denken, Thun und Lassen, jaer ließ sich sogar zum Priester weihen.

Diese drei Männer nun bemerkten mit lebendigem Schmerzedie lare Zucht und das ärgerliche Leben so vieler Geistlichen undsahen wohl ein, daß der Sauerteig des Guten einer Gährungbedürfe. Eine neue Congregation von regulirten Geistlichen solltedazu den mächtigsten Hebel geben. In Verbindung mit noch zweiandern mailändischen Priestern besprachen sie die Grundbedingungeneiner solchen Anstalt, legten im Jahre 1532 sie der Entscheidungdes Papstes Clemens VII. vor, und erhielten im Februar 1533 dieerbetene Erlaubniß. In einem kleinen Haus zu Mailand begannensie, noch ohne Ablegung der feierlichen Gelübde, ihr Werk unterdem Superiorat des P. Zacharia, führten ein ehrbares, frommes,zurückgezogenes Leben, und nahmen, da sich noch einige Gleich-gesinnte zu ihnen gesellten, die übliche schwarze Kleidung der regu-lirten Cleriker an. Gartengewächse, Kräuter und einige kleine