Kloster der Congrcgation noch ein zweites für die Theatinerinen derEinsiedelei zu erbauen, und für diese eine eigene Kirche zu errichten.Beide Klöster stießen an einander. Erst im Jahre 1023 wurde derBau nach Ursulas Vorschrift (Ursula war aber schon im Jahre1618 gestorben) unternommen, wornach Gregor XV. beide Congre-gationen und deren Satzungen bestätigte, und sie der Regel des heil.Augustinus und der Aufsicht der Theatiner, welche sich zwar anfangsdagegen sträubten, unterwarf. Kriege und öffentliche Drangsale hin-derten die Vollendung deö Klosters bis in'ö Jahr 1667.
Zur Aufnahme in die Einsiedelei wurde ein Alter von 20 Jahrenverlangt; nach einem zweijährigen Noviziate durften sie Profcßablcgen. Von dem Tage ihrer geistigen Eheverbindung sahen sieihre Acltern und Verwandten nicht mehr. Zwei Mal jährlich er-neuerten sie ihr feierliches Gelübde. Schwestern der Kongregationkonnten in die Einsiedelei übertreten. Ihre Kleidung bestand auseinem weißen, schwarzgegürteten Rock von Tuch, weißem Vortuch,schwarzem Weihel, blauem Skapulicr und Mantel. Allein auchdiese Eiusiedlerinen verbreiteten sich nicht weiter als über die beidengenannten Klöster.
L. Parnabilcn, oder rcgMirtc Llerikcr der Congregaiion von St. Paul, daher
auch PaMincr genannt; P. Johann Zacharia vonCrcmona, P. DarlholomäusFerrari und P. Jacob Anton Morigia, ihre Stifter.
Betrachten wir allererst in einer kurzen Uebcrsicht das Lebender Stifter. Zacharia wurde im Jahre 1500 als der Sohnhochadeliger Aeltern zu Cremona geboren. Schon frühzeitig zeigteer Sinn für alles Gute und Edle und zeichnete sich insbesonderedurch Wohllhätigkeitsliebe aus. Zu Paris studirte er sofort miteinem solch' glücklichen Erfolge Philosophie und Arzneikunde, daßer bereits in seinem 20stcn Lebensjahre die Doktorwürde erhielt.Da sein Vater schon sehr frühe gestorben war, so übertrug seinetreffliche Mutter ihm die Sorge für das Hauswesen. Die Arznei-kundc galt ihm thcils als ein Mittel zur Vertreibung der langenWeile, des größten Feindes für die menschliche Seele, theils fander so Gelegenheit, den Armen leibliche und geistliche Hilfe zu ge-währen. Endlich rieth ihm sein Beichtvater, ein Mönch aus demOrden des heiligen Dominikus, Priester zu werden, um so seinen
Gcsch. der Mönchsorden. II. Z