Neunter Gesang.
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81 .
Da war von Solyman ein EdelknabeIm Lanzenträger- und im Schützcntroß,
Um dessen Kinn noch nicht die ErstlingsgabeDer waltenden Natur in Blüthen sproß;
Die Wange bot die perlenreichste HabeIm lauen Schweiß, der thauig nicderfloß;
Der Staub selbst muß zur Zier der Locken dienenUnd kriegerisches Drohn zum Reiz der Mienen.
82 .
Ihn trägt ein Roß, des; reinem weißen GlanzeDer frisch gefallene Schnee der Alpen weicht.
So rasch, so zierlich geht es wie im Tanze,
Daß Flamm' und Sturm dagegen träge schleicht.In seiner Rechten wiegt er eine Lanze,
Das Schwert an seiner Seit' ist krumm und leicht.Nach Maurenart prangt er in prächt'gem Kleide,Von golddurchwirkker, purpurfarbner Seide.
8S.
Indes; des Jünglings Brust im wilden StreiteDie Schmeichelei des Ruhms zur Kampflust weckt.Daß bald auf dieser, bald auf jener SeiteUnaufgehalten er die Feinde necktUnd g'rad die Lanze hebt, die stoßbereitc.
Hat ihn das Auge Argillans entdeckt;
Er würgt sein Roß, das ihn im Sturz verwoben,Und fällt ihn an, als er sich kaum erhoben.
84 .
Das flehnde Antlitz kann nur schwach vertheid'genDes Mitleids Wehr, die ihm zur Seite stand.
Das Schönste, was Natur gab, zu beleid'gen.
Hebt jener Unerbittliche die Hand.