Druckschrift 
1 (1854)
Entstehung
Seite
156
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Sechster Gesang.

ss.

Es lassen sicherlich am Thor' die WachenJedweden Ausgang für Clvrinda frei.

Kein Mittel sonst kann ich aussindig machen.Der Weg allein ist offen. Nun, es sei!

Gott Amor wird des kleinen Truges lachen.Der mir ihn cingab; Glück, nun steh' mir bei!Gelegen kommt mir diese Zeit nicht wenig.Indes; Clorinda noch verweilt bei»; König.

Beschlossen ist's. Von Liebcswuth entglommenUnd wundgespornt, hält sie nicht länger ein.

Schon hat sie schnell die Waffen wcggenommen.

Und trägt sie dann in ihr Gemach hinein.

Sie könnt' es leicht; denn als sie hingekommen.Gehn alle weg, und sie bleibt ganz allein.

Auch war der Diebin nicht die Nacht mehr ferne.Die Räuber wie Verliebte seh'n so gerne.

so.

Und als sic rings den Himmel sicht sich füllenMit Sternen, als Verkündigern der Nacht,

Rust einen Knappen sie zu sich im Stillen,

Der längst ihr seine Treue dargebracht.

Zum Thcil entdeckt sie diesem ihren WillenUnd einer oster schon erprobten Magd.

Sic wolle flichn, sagt sie; indes; erdichtet

Sic andern Grund, der sie zum Flichn verpflichtet.

si.

Der treue Knappe Alles schnell bereitet.

Was er zu ihrem Werk für nöthig hält.

Von ihrer Schulter nun hcrniedcrgleitetDas Prachtgewand, das bis zum Fuße fällt.