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1 (1854)
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Sechster Gesang.

81 .

So kam sie einst hieher, als nicht zugegenDie Freundin war, mit schwerer Sorgen Wucht.

Sie sann bei sich den Mitteln nach und Wegen,

Wie heimlich ihr gelänge schnelle Flucht.

Indem nun in verschiedenem ErwägenIhr Geist den Weg der Rettung sucht,

Gicht sie ClorindenS Waffen oben prangenNebst ihrem Schild, und seufzt in schwerem Bangen.

8S.

Sic spricht bei sich, und seufzet tief und bang:

Wie glücklich ist die Maid so muthcntglvmmen!

Wie ncid' ich sie! nicht ob des Ruhmes Klang,

Ob ihrer Schönheit nicht so hochvollkommcn; —

Ein langer Mantel hemmt nicht ihren Gang,

Noch muß in dumpfer Zell' ihr Muth verkommen;

Sie nimmt die Wehr, geht hin, wo'S ihr gefällt.

Und Zagen nicht und Scham zurück sic hält.

88 .

Weshalb ließ sich der Himmel nicht bewegen.

Mir kräft'ge Brust und Glieder zu verleih»!

Den Schleier und das Kleid würd' ich ablegen,

Und Helm und Panzer dafür tauschen ein.

Nicht Frost und Sturm, nicht Sonnenbrand und NcgSollt' hindern mich, dem Theuern mich zu wcih'n.Beim Mondesschimmer, wie im SonnenscheineZog' ich ins Feld, begleitet wie alleine.

84 .

Dann hätte nicht mein Herr mit dem verwegnenArgant den ersten Waffcngang gemacht.

Ich war geeilt, zuerst ihm zu begegnen.

Und hielte ihn vielleicht in meiner Macht.