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Sechster Gesang.
74 . -
Geh' hin, um deiner Sehnsucht Durst zu stillen!Was denkst du, wird der Sieger grausam sei»?Weißt du denn nicht, wie seine Thräucn quillen.Sein Schmerz ist rege, weiß er dich in Pein.Grausam bist du, wenn mit so trägem WillenDu gehst, dem Treuen Hülfe zu verleih'».Entmenschte schau, dein Tancrcd dort verschmachtet,Jndeß dein Sinn den Feind zu heilen trachtet.
Ja heile den Argant, daß er erschlägtDir den Befreier dein, das süße Leben!
So zeigst du also dich von Dank bewegt.
Und solchen Lohn willst du dem Theuern geben,Jst's möglich aber, daß nicht Graun erregtDer schnöde Dienst, dem du dich hier ergeben?
Ist Grau'n, ist Abscheu nicht für dich genug.
Zu treiben dich hinweg im schnellsten Flug?
76 .
Wie übtest du so schön die Mcnschenpflicht,
Wie wär dir's Lust und Freude, wenn voll SegenDu deine fromme Hand unkundig nicht,
Könnt'st auf des theuren Kranken Busen legen;Wenn auf des Helden bleichem AngesichtDu der Gesundheit Färb' sich sähest regen.
Und seine Schönheit, die bereits verblich,
Mit neuen Reizen strahlte nun durch dich?
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Dir würd' ein Thcil von seinem Ruhm gebühren.Von seiner Thaten ruhmvoll hohem Schein;
Er würde dich hin zum Altäre führen.
Beglückend dich umarmen, keusch und rein.