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Sechster Gesang.
11.
Bald kommt er an. Wenn unsre Burgen schonSind unterdrückt durch bösen Feindes Walten.
Was kümmcrt's uns-, bleibt doch mein Königsthron,Mein edler Purpurmantel mir erhalten.
Bezähme du dein Wagen, Wüthcn, Droh'n,
Das dich entflammt mit allzukühnem Schalten,
Erwarte hier, bis dir die rechte ZeitDen höchsten Ruhm, mir süße Rache beut.
12.
Gewaltiger Zorn erfaßt den Mvhrenritter,
Der längst schon neidet Solymans Gewicht.
Da er vom König höret — v. wie bitter! —
Daß er von seinem Feind sich viel verspricht. —
Thu', wie du willst, sei's Frieden, UngcwittcrDes Kriegs, gleichviel o Herr, ich tadl' es nicht.
Bleib nur, bis Svlyman erscheint, hier sitzen!
Er, der sein Reich verlor, wird deinS beschützen!
18.
Mag er gleich einem Seraph niedcrflicgen,
Der Freiheit schenkt den Heiden sicggewandt!
Doch glaube ich, mir selber zu genügen.
Und Freiheit will ich nur von meiner Hand.
Ihr mögt nun hier in sanfter Ruhe liegen,
Doch ich will kämpfend streifen Lurch das Land!
Will mich — nicht dein Genoss — als Freier schlagen.Und mit den Franken manchen Zweikampf wagen.
14 .
Der König drauf versetzt: Obgleich fürwahrDu besser sparen könntest Muth und Degen,
Sv ford're einen aus der Feinde Schaar,
Wie dir's gefällt, ich bin nicht mehr dagegen.