Fünfter Gesang.
121
ss.
Doch willst du, daß der Jüngling zum Gericht,
Und deinem höchsten Richterspruch sich stelle.
So thut mir'S leid, er kann es wahrlich nicht,
Er floh vom Lager sort in aller Schnelle.
Doch zieh' ich gegen jeden falschen Wicht,
Der ihn verklagt, mein rächend Schwert zur Stelle,
Und gegen jeden, der mit bösem Zahn
Sagt, daß den Schimpf er strafend, mißgethan.
so.
Recht war's, dem aufgeblasenen GernandZu stutzen seines frechen Zornes Hörner.
Doch daß er des Gebotes Macht verkannt,
DaS thut mir leid, ich lob' eS auch nicht ferner.
Er schweigt; drauf Gottfried: irr' er nur durch's LandSich Händel suchend. Doch die SamenkörnerDer Zwietracht streue du mir nicht in'S Heer;
Bei Gott, hier duld' ich keine Kämpfe mehr!
oo.
Indessen ist zu werben sich GenossenDie trügerische Jungfrau stets bedacht,
Sic fleht den ganzen Tag, zielt mit GeschossenDes feinen Trugs und ihrer Schönheit Macht;
Doch als der Tag im Occidcnt, verschlossenIm braunen Mantel ruht der Mutter Nacht,
Zieht sie sich mit zwei Rittern und zwei FrauenJn's Zelt zurück, und senkt die schönen Brauen.
«i.
Doch ob die Meisterin des Truges gleich.
Durch feine Sitt' und Anmuth weckt Verlangen,
Ob Schön'reS auch im weiten ErdenreichNie sah die Sonne, seit sie aufgegangen.