Druckschrift 
1 (1854)
Entstehung
Seite
122
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Fünfter Gesang.

Hat jeden Helden sie an Reizen reich.

Mit festem Band der Lust auch schon gefangen,

Hat ihre Lockung doch nicht Kraft genug,

Daß Gottfried sie umspinn' mit ihrem Trug.

62 .

Umsonst ist all' ihr Schmachten, Schmeicheln, Girren,Die Licbesgluth in ihm zu fachen an;

Dem satten Vogel gleich, den alles KirrenNicht nicderlockt aus seiner luft'gcn Bahn;

Satt eitler Lust, verachtend ird'schc Wirren,

Strebt er auf öden Pfaden himmelan.

Wie viel auch um sein schönes Haupt der SchlingenGott Amor wirst, der Fang wird nie gelingen.

6S.

Kein Hindernis; ableitet von den Wegen,

Die Gott ihm weiset, seinen hcil'gcn Sinn.

Sie tritt mit tausend Künsten ihm entgegen.

Ein neuer Proteus schmeichelnd vor ihn bin.

Um auch die kältstc Liebe aufzurcgcn.

Voll Reiz den Blick, die süße Zauberin.

Jedoch an Gottfried schlagen fehl die Proben,

Nichts wirkt ihr Reiz; der Segen kommt von oben

64 .

Die schöne Frau, die auch den strengsten MannZu locken glaubt durch ihrer Augen Winken,

Wie muß sic wundern sich und kränken dann,

Sicht ihren Stolz, ihr Prahlen so sie sinken.

Doch endlich läßt, wo wcn'gcr hart begannEi» Herz zu sein, die Waffen sic nur blinken;

Dem Feldbcrrn gleich, der unbcsicglich LandErmattend flieht, nun andrem zugcwandt.