Druckschrift 
1 (1854)
Entstehung
Seite
102
Einzelbild herunterladen
 

102

Uicrler (Scsnng.

ss.

Sicht wen sic, dcr von Mißtrau'« halb befangenIn seiner Licbet-gluth zurück sich zieht.

Läßt sic ein gütig Lächeln ihn erlangen,

Indes; sie hold und freundlich nach ihn, sieht.

So spornt sie träges, furchtsames VerlangenUnd macht, daß zweifelnd Hoffen neu erglüht,

Jndeß sich Liebcsgluthen so entzünden.

Muß schnell das EiS der Furchtsamkeit verschwinden.

ss.

Doch andern, die von blinder Gluth gelenkt.

Sie kühn und lüstern suchen zu erringen.

Wird weder süßes Wort noch Blick geschenkt.

Um so zur Scheu, Verehrung sie zu zwingen.

Doch durch den Ernst, der aus die Stirn sich senkt.Läßt sie deS Mitleids süße Strahlen dringen.

So Laß er fürchtet, aber Hoffnung hegt.

Und sich der Spröden mehr zu Füßen legt.

so.

Und bald, in tiefem Sinnen hingegangen.

Zeigt Trauer sie im Wesen und im Blick,

Bald glänzen Thränen auf den schonen Wangen,Bald preßt sie sic in'S Innerste zurück.

Arglose Seelen weinen ob dem BangenDer Maid alsdann und ihrem Mißgeschick,

Sie stählt' in Mitlcidsgluth der Liebe Pfeile,

Damit kein Herz solch' starker Wehr enteile.

si.

Doch flieht sic bald Gedanken voller Pein,

AIS ob ihr HoffnungSborn nun wieder fließe,

DeS Frohsinns Zier nimmt ihre Stirne ein.

Den Buhlen beut sie Reden nun und Grüße;