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1 (1854)
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Vierter Scsang.

7t.

Sie schwieg; cs schien ihr Antlitz übcrgosscn,

Bom königlichen Zorn, der sie erfüllt;

Sie dreht den Fusi, als wie zum Gehn entschlossen,Des tiefsten Unmuths und des Schmerzes Bild.

Da ist dem Aug' der Thräncnquell entflossen.

Wie er dem Zorn, mit Schmerz gepaart, entquillt,Die Thränen scheinen, die dem Aug' entfallen.

Im Sonnenschein gleich Perlen und Krystallen;

75 .

Ein klares Naß bethaut die rothcn Wangen,

Und mancher Tropfen netzt des Kleides Saum;

Gleich Blumen, die mit Weiß und Purpur prangen.Benetzt von eines Thaues frischem Schaum,

Wenn sic beim ersten Frührvth aufgegangen.

Den kleinen Schoost der Luft erschließen kaum,

Aurora nun sie anölickt mit Entzücken,

Und lüstern wird, ihr Haupt damit zu schmücken.

76 .

Die häuf'gen Tropfen, deren klare Fluth

Den Busen und die Wangen schmückt der Schönen,

Sie sind wie Feuer, das im Herzen ruht,

lind cs entflammend, schwellt durch mächtiges Dehnen.

O Amors Wunder, der lcbend'ge Gluth

Nus Wasser lockt, das Herz entflammt durch Thränen!

Stets ragst du über die Natur empor.

Doch hier urkräftigcr noch als je zuvor.

Der falsche Schmerz entlockt viel wahre Zähren,

Und weich wird auch das härteste Gcmüth,

Ein Jeder denkt voll Trauer: wird erhörenSie Gottfried nicht, jetzt, da er solches sieht,