Vierter Gesang.
11.
Doch daß noch tiefer sich uns Haß cinbohrtc,
Weiht er dem Tode selbst den cinz'gcn Sohn.
Er kam hierher, zerbrach der Holle Pforte,
Betrat das Reich, das huldigt unsrem Thron,
Entführte Seelen uns aus unsrem Horte/
Die, reicher Raub, mit ihm zum Himmel flohn.
Wo Fahnen von besiegten HöliensöhncnSich vor dem Sieger spreiten, uns zu höhnen.
12.
Was weck' ich nun den Schmerz aufs Neu' mit KlagenWer kennt nicht unsern Schimpf und unsre Schmach?Wan» sucht er uns nicht Heini mit seinen Plagen,
In dem gewohnten Kampfe immer wach?
Doch denkt nicht an den Hohn von alten Tagen,
Nur ob dem Schimpf der Gegenwart denkt nach!
Seht ihr denn nicht sein unaufhörlich Mühn,
Die Völker all' in seinen Dienst zu zieh»?
IS.
Soll unsre Zeit in Trägheit sein vollbracht,
Kein würdig Ziel die Herzen uns entzünden?
Und lassen wir auch ferner außer Acht,
Wie seine Völker Asien überwinden?
Soll auch Judäa mehren seine MachtUnd hier sich ihm ein festes Reich begründe»?
Soll künden neue Sprach' und neuer Sang,
Neu Erz und Marmor seines Ruhmes Klang?
14 .
Soll's sein, daß unsre Bilder vor ihm stürzen?
Ihm unsern Altar weiht gottscl'ge Brunst?
Daß die Gelübde sein, und von Gewürze»,
Zu ihm allein aufsteigc süßer Dunst?