Dritter Gesang.
57
Entfernt von seinem Haupte nun Jedweder,
Und tränkt den Pfad mit frommer Thräncnfluth.
Und als ob heiße Thränen nicht geflossen.
Beschuldigt so sich Jeder der Genossen:
8 ,
Wo du, o Herr, in Strömen Blut vergossenlind rings benetzt einst hast das Erdcnreich,
Kommt mir bei dem Gedächtnis, nicht geflossenDie Thräncnsluth, lebendigen Quelle» gleich?
Vereistes Herz, wirst du nicht ausgeschlossen,
Das, hin du schmelzest in der Thränc weich?
O Herz von Stein, wirst du nicht jetzt zerrissen?Weinst jetzt du nicht, wirst ewig weinen müssen.
g.
Der Thürmcr in der Stadt indessen sicht
Vom Thurm, wo Flur und Feld er kann durchspähen,
Den Staub, der wirbelnd aufwärts zieht.
Wie eine dunkle Wolke anzuschcn;
Es scheint, die Wolke blitzt und flammt und glüht.Als war' mit Flammen sie in Kindcswchcn;
Jetzt sieht er das Metall der Waffen funkeln.
Jetzt Mann und Noß auftauchcu aus dem Dunkeln.
io.
Dann ruft er: ha, wie durch die Lüste fluthetDer Staub, und wie es gleißt, als wär'S ein Brand!Empor, empor, ihr Bürger, kühngcmuthct,
In Waffen hüllt euch, steigt zum Zinncurand!
Der Feind ist nah. Ihr Bürger, sputet, sputet!
Und lauter dann: gleich nehmt die Wehr zur Hand!Schaut hin, der Feind ist da! seht dieses Stäuben,Mit seinem Grau den Himmel uns vcrkleibcn!