Druckschrift 
1 (1854)
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

Zweiter (besang.

S9

Er weint, wie wer den Schmerz scheint zu verachten.Van Mitleid mehr gedrückt, als Todespc'in.

Doch schweigend kehrt den Blick sie schon zum Himmel,Als war' entrückt sie schon dem Erdgewimmel.

Clorinda wird erweicht und schmcrzcrregtOb Beider Loos, und spendet ihnen Zähren.'

Doch mehr fühlt sie für die, so stumm erträgt,

Als für Olind, der nicht den Schmerz kann wehren.Zu einem Kreisen sie sich schnell bewegt.

Der da zur Seite stand. Von ihm zu hören: -Sprich, welch' Verbrechen führt, welch' hart Gebot,Welch' böses Schicksal die zum Martcrtod?

' 4 <!.

So war die Frage.' Kurz war der Bescheid;Vollkommen doch genügend ihren Fragen.

Sie staunt darob, doch nun wird klar der Maid:

In Bande sind gleich schuldlos sie geschlagen.

Vom Tod sie zu befrci'n ist 'sie bereit,

Sci's nun durch Bitten, sei's durch kühnes Wagen.Sie sprengt hinzu, läßt weg die Flammen zieh».Spricht zu den Schergen, die voll Eifer glüh'n:

Daß Keiner sich erfreche, roh geschäftigHier zu verfolgen seine harte Pflicht,

Bis ich den König sprach! mein Wort ist kräftig.Er wird euch schmähn ob dem Verzüge nicht.

Die Diener folgen stumm, erschüttert heftigVon ihrem stolzen, fürstlichen Gesicht.

Sich wendend zu dem König, der entgegenIhr geht, trifft sic ihn an auf halben Wegen.