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1 (1854)
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Zweiter Gesang.

» 9 .

ES schien ihr Weibersinn und WeibertandSeit ihrer frühsten Jugend nur ein Tadel,

Und cs verschmähte ihre stolze HandArachne'S Kunst, die Spindel und die Nadel,

Floh eingeschlvss'nc Oerter, weich Gewand,

Denn auch im Feld bewahrt sich Scelenadel.

Sie waffnct ihr Gesicht mit Stolz und Trutz,

Dies- trutzig Wesen scheint ihr bester Putz.

4M

Die zarte Rechte führt — ist nach so scheuIhr Nenner auch — gewandt und fest den Zügel,

Dem Speer- und Schwertgefecht, dem Ringen treu.Stählt sie de» Leib, gicbt ihrem Laufe Flügel;Verfolgt den Bären und den grimmen LeuDurch Waldgcheg und pfadlos fels'ge Hügel,

Den Krieger» scheint sie eines Lbwcn Bild,

Ein Mann erscheint sie in dem Waid dem Wild.

41 .

Sic kommt vom Grenzgebiet der Perscrgaucn,

Wo ihre Macht die Christenschaaren neckt.

Oft ward ihr Arm und Haupt gar wund gehauen.Manch klarer Quell mit ihrem Blut befleckt;

Doch, als sie kommt, hat der Hinrichtung GrauenBeim ersten Anblick schon ihr Nug' entdeckt.

Sehn will sic'S, wisse» auch, warum erkorenZum Tod sie sind, und giebt dem Pferd die Sporen.

42 .

Der Haufen weicht; um näher zu betrachtenDas arme Paar, hält sie im Laufe ein.

Da sieht sie, wie sie schweigt, und sieht ihn schmachten,Starr scheint daS schwächere Geschlecht zu sei».