Erster Gesang.
25
Als Aladin sich dort den Thron gegründetUnd Alles nun nach seinem Willen geht.Erleichtert ihre Lasten er den Heiden,
Und läßt dafür die Christen doppelt leiden.
Die angcborne Wuth, die schon so lange,
Durch's Alter eingewicgt, erkaltend ruht.Erwacht, gereizt, in ihrem heißen Drange,
Und mehr als jemals lechzt er jetzt nach Blut.So regt, erstarrt von Kälte sich die Schlange,Zahm scheinend, wilder in des Sommers Gluth;Sv wird der zahme Löwe grimm und wüthig.Wie einst er war, neckt man ihn übcrmüthig. —
Wohl sch' ich cs, wie die ungläubige Menge— So sprach der Fürst — nun freudige Gluth durchdringt.Beim Unglück Aller wetzet sie die Fänge,
Und lacht, wenn Alles weint, die Hände ringt,
Sic sinnt, wie Hinterhalt, Vcrrath gelänge.
Denkt, wie sie heimlich mich ums Leben bringt.
Und wie dem Feind und seinen KampfgenossenIm Stillen werde Thür und Thor erschlossen.
87 .
Das darf nicht sein. Dem schändlichen BeginnenBegegne ich, bevor sic es gedacht!
Ich will sic tödtcn und auf Qualen sinnen.
Das Kind im Mutterleib sei umgcbracht!
In Asche sinken Haus und Tempelzinnen,
Für sie zum Scheiterhaufen angcfacht,
Und wo auf diesem Grab die Priester beten,
Da will ich sie als erstes Opfer tödten.