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an. Helvetischgesinnte Glieder des StadtratheS wurden unter denAugen der Obrigkeit ungeahndet mit Worten »nd Thätlichkeitenbeleidigt. — Achtundachtzig Bürger von Chur, welche eine Er-klärung gegen die Bewaffnung unterschrieben hatten, wurden durcheinen Abschied des Kriegsraths (vom 9. Okt.) mit Vorwürfen be-deckt, der Verachtung des Volks preisgegeben.
Wie in Chur, rasete der Verfolgnngsgeist fast in allen andernThcilen des Landes. Die Patrioten standen schirmlos. Ihre Gär-ten, Felder, Häuser wurden bald hier, bald da vom raublustigenPöbel mehr oder minder beschädigt. Man breitete Gerüchte ans,die man als Vorläufer irgend eines abscheulichen Unternehmensanzusehen gewohnt war, und welche wenigstens das Volk mit An-schlägen und Verbrechen vertrant machten, vor deren Namenehemals jedes Herz gebebt haben würde. Bald wies man sichAechtungs-Listen, bald drohte man mit allgemeiner nächtlicherErwürgung der Patrioten, bald sprach man von ewigen Ver-bannungen, bald von Einkerkerungen.
Er stürzte den Damm der Gewohnheiten und Gesetze; er zerrißdie ehrwürdigen Bande hundertjähriger Verträge; er vernichtete'selbst die heiligen Verknüpfungen der Natur zwischen Aeltcrn, Kin-dern, Gatten und Brüdern.
Der französische Resident Guiot hatte wegen Beschimpfungder französischen und helvetischen Nation, als auch wegen Miß-handlungen einzelner Patrioten Genugthnung geheischt. Doch alsspottete man seiner, ward er vor jede Ortsobrigkeit gewiesen, woer den Schuldigen zu nehmen und die Klage z» erweisen habe.Der Resident, betrogen von der Schlauheit der Volksführer, trugmit den Vorwürfen der helvetischen Partei zugleich den Hohn derKaiferlichgesinnten, ohne Hoffnung, diesen Furcht und jener Ver-trauen einzuffößen. Nichts, als die schreckliche Wahrscheinlichkeiteines neuen Krieges konnte ihn über seine quälende Lage beruhigen.