Europens Niedergang Amerika s Aufgang.
Als der Verfasser die nachfolgende, freilich nie gehaltene, Redeim Jahr 1818 zuerst in einer Zeitschrift mittheilte, war es ihmdarum zu thun, auf eine lebhafte und täuschende Weise zu zeige»,wie etwa ein Bürger Nordamerika's mit schlichtem Menschenver-stände Leben und Treiben der Europäer beurtheilen würde, wennderselbe, als Augenzeuge, bei seiner Heimkunft aus der alten Welt,zu Mitbürgern spräche. Man muß sich darum den Redner alsMitglied einer gesetzgebenden Versammlung, z. B des jungenOhiostaates, denken, und es dem Uebermaß seiner Vaterlandsliebez» gut halten, wenn er uns Europäern zuweilen gar zn nahe tritt.
Auch ich, meine Herren, kann nicht anders, als mich dem ge-schehenen Anträge widersetzeu. Die leisesten Beschränkungenfreier Niederlassung europäischer Ankömmlinge, welchewir, außer vorhandenen allgemeinen Gesetzen, ausstcllcu würden,wären Grausamkeiten gegen die Unglücklichen, welche ihre alteHeimat verließen, um im Schooß unscrs beglückten Freistaates Ruhezu suchen; wären Verletzung aller Klugheit, die wir zum Empor-heben des öffentlichen Wohlstandes vonnöthcn haben.
Ich will hier keineswegs wiederholen, was schon von den Vor-teilen gesagt ist, die der Anbau des Bodens, die Zunahme desGewerbfleißes, und die innere Stärke unseres Staates, aus un-gestörter Niederlassung der Ankömmlinge ziehe». Ich will michnur begnüge», die leere Furcht zu zerstreuen, welche der ehren-