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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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vom Obrist Pellizari geführt, zog gegen Malans. Er forderteeinige angesehene Männer und Vorsteher dieser Gemeinde zu einerUnterredung. Der Richter Bvner, von Moos und andere be-gaben sich zur Konferenz an die obere Zollbrncke, wurden hier, alsGeiseln, arretirt, damit kein Widerstand das Vorhaben des KriegS-raths vereitle; man besetzte nun Malans und Maicnfeld sofort,entwaffnete dte Gemeinden, und führte die Geisel» in Gefangen-schaft nach Chur.

So war diese Landschaft unterjocht, der Kriegsrath Alleinherrin Bünde»; sein Verkehr mit den österreichischen Truppen im Vor-arlberg ungestört, und der längst genährte Entwurf der Reife nahe.

Die Thätigkett des Kriegsraths setzte alle Thäler in Bewegung.Verworrene Gerüchte mußten die Gemüther erschüttern, betäuben,verblenden. Das aufgerührte Volk wälzte die Last seines Grollsans alle, welche jemals zu Gunsten der Vereinigung die Stimmeerhoben hatten. So wie sich's der Kriegsrath erlaubte, vonreiche» Privatleuten der patriotischen Partei große Geldsummenmit Drohungen zu erpressen, ahmten die bewaffneten Söldner sei-nem Beispiel nach.

In der Stadt Chur herrschte Schrecken und Anarchie. Manberief die Patrioten aufs Nathhaus; sie sollten entwaffnet, und,wie es schien, als Geiseln bewacht werden. Ihrer viele flohen beiNacht mit Weib und Kindern über die Berge, um sich den Ver-folgungen zu entziehen. In dem Dorfe Ragaz zählte man an einemTage (9. Oktober) zweiundfünfzig dieser Geflüchteten allein ansChur. Oeffentlich ertönten Lobreden auf Oesterreich von Kanzelnund Weintischen, »eben Verwünschungen Frankreichs und HohnHclvetiens. Hunden band man dte Schweizerkokarde an den Schwanzund trieb sie durch den Pöbel über die Gaffen. Dem Landvolk,welches sich zum Viehmarkt in Chur häufig sammelte, zeigte mandie Häuser der Patrioten, oder sie selbst, als Gegenstände der Rache,