Druckschrift 
33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
Seite
366
Einzelbild herunterladen
 

sten Tag, den Tag der gänzlichen Vereinigung der helvetischenHeldenstammes, feiern werden/'

Unter Beifallklatschen erlheilte der Präsident uns nun denBruderkuß, und auf Augusiini's Antrag ward auch der Druck dieserAntwort beschlossen.

Diese vor den gesetzgebenden Näthcn gehaltenen Reden, welcheDankbarkeit und unmäßiger Schmerz über unser Unglück viktirthatten, und mit eben der Wehmuth angehört, als gesprochenwurden, schienen die Achtung der verfolgten Bündner in derSchweiz, und den Zorn ihrer Feinde in Graubünden gleich sehrzu vermehren.

Der Kriegsrath, verbunden mit dem kaiserlichen Geschäftsträ-ger, Freihcrrn von Kronthal, trugen darauf an, die Gemein-den und einzelne Personen bei ihrem Eide aufzufordern, sich zuerklären, ob einer oder der andere mir einige Vollmacht oder Auf-träge erthcilt habe? und (ohne den Erfolg dieser Anfrage ab-zuwarten) mich des Bürgerrechts verlustig zu erklären. Sie be-stimmten mithin schon in einem auf alle Gemeinden versandtengedruckten Abscheidc die Strafe, bevor sie die Schuld gehörig kann-ten. Allerdings durfte die gewalthabende Negierung darauf zäh-len, daß Niemand, oder nur Wenige eingestehen würden, sie habenmir und dem vor mir dcputirten Bürgermeister Tscharner eineVollmacht ertheilt. Ein Geständniß, wie dieses, galt dem Ge-ständnisse eines begangenen Staatsverbrechens gleich. Das Bei-spiel der Gefangenen von Ehur mußte die Ucbrigen zurückschrecken.

Die eingekommenen Erklärungen fielen daher so aus, wie mansie unter den Schrecken der Regierung erwarten konnte. Die Ge-meinden Malans und Maienfeld längneten durchaus, Bevoll-mächtigungen gegeben zu haben, die Vereinigung mit Hclvetien zubewirken, und erklärten feierlich,fürohin mit Bünden zu halten."Der Podesta und Richter Boncr und Von Moos zum Brun-