I
— 362 —
Der Präsident des Großen Raths, Suter*), erwicderte darauf:„Liebe Nhäticr!"
„Wenn die Gesetzgeber Helvetiens durch einen besondern Be-schluß die verfolgten Patrioten ans Bünden in ihren Schutz nah-men, so thaten sie weiter nichts, als ihre Schuldigkeit, weil jedesfreie Volk verbunden ist, denjenigen als Bruder aufzunchmen, derden heiligen Grundsätzen der Freiheit huldiget. — Ueberall, woder schöne Kran; der Alpen sich windet, sollen die Schweizer Brü-der sein und bleiben, und Rhätiens Alpen sind ja Jahrtausendeschon mit den unsrigen verschwistert, so wie unsere Herzen es jetztsind. Kommt also zu uns, ihr liebe, verfolgte, für Freiheit undMenschenrechte verfolgte Rhätier, ihr findet an unserm Busen einneues Vaterland!"
„Seid getrost; es ist ein Gott! ja es ist ein Gott! und dieserGott ist i'nnigst mit der Freiheit vereinigt; und er wird nie zn-geben, daß Despoten wieder ihr Haupt emporstrecken!"
„Freie Menschen müssen sich überall für das heilige Menschen-recht vereinigen, müssen einen engen Kreis um dasselbe schließen,und dann wird bald das ganze Menschengeschlecht nur ein Bruder-volk sein!"
Am folgenden Tage erhielten wir auch den Vortritt vor denhelvetischen Senat. — Ich bezeugte der Versammlung unser» Dankin folgenden Worten:
„Mit eben der Wehmuth und eben den tiefen Gefühlen derDankbarkeit, mit welchen wir gestern vor dem großen Rath derhelvetischen Republik erschienen, stehen wir jetzt hier, BürgerSenatoren, um unfern Dank auszudrücken für Eure unfern leisesten
') Der liebenswürdige und gelehrte Verfasser der ?Iora Iiclvelic«,