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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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Waren. Die gesetzgebenden Räthc bevollmächtigten das Direkto-rium, die Nothleidenden thätig zu unterstützen, sie vor Beschim-pfungen zu sichern und sich für die wegen ihrer Meinungen in derGefangenschaft zu Chur Schmachtenden zu verwenden.

Ehe ich noch meinen Landsleuten diese beruhigenden Botschaftenzusenden konnte, trafen einige derselben, als Abgeordnete der an-dern, bei mir in Luzern ein. Es waren der Rittmeister MartinBawier, von Chur, Hans Gaudenz Salis-Seewis, Deutsch-lands Lieblingsdichter, und Ambrosius Planta, von MalanS.Sie wollten sich mit mir berathen, wie unfern Mitbrüdern Hilfe inihrer Armuth geleistet und erwirkt werden könnte. Ich las ihnendie Beschlüsse der gesetzgebenden Näthe vor. Rührung bemächtigtesich unserer Aller. Wir beschlossen, den Gesetzgebern im Namender Getrösteten unser» Dank öffentlich zu bezeugen. Man beauf-tragte mich, für sie das Wort zu führen.

Am 84. Oktober wurden wir vor die Versammlung des GroßenRaths gelassen. Ich hielt folgende Anrede:

Im Namen mehrerer hundert Bündner Patrioten, ja, ichdarf sagen, tm Namen des edler» Theils eines unglücklichen Volks,eilten diese Männer gen Luzern, sich mit mir zu vereinigen, umihre Bitten in den Schoos dieser ehrwürdigen Versammlung nieder-zulegen. Aber ehe wir baten, hattet Ihr unsere Wünsche schonerfüllt; Ihr ließet uns nichts übrig, als den Dank."

Das aufgeklärte Europa, die fühlende Menschheit kann nichtungerührt bleiben bei dem öffentlichen Akt der Wohlthätigkcit,welchen Ihr gegen ein leidendes Brudervolk übt. Inzwischenandere Republiken ihre Laufbahn mildem Schwert eröffnen, umsich vor den Völkern auszuzeichnen, eröffnet Ihr die Eurige mitErfüllung der sanften, der schönsten Pflichten der Menschlichkeit.Und wenn es wahr ist, daß man schon aus Spielen des Kindesden männlichen Geist desselben erräth, wenn es wahr ist, daß man