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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
Seite
357
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kaiserliche Soldaten in die Häuser der Patrioten gedrungen wären,Kisten und Kasten, nnd besonders die Weinkeller hcimgesucht wor-den seien. In Reichenau allein, Gnt und Schloß patriotischenFamilien gehörig, wurden vierhundert Mann verlegt, und meineund des französischen Residenten Zimmer mit Gewalt aufgesprengt.So vernahm man Beschwerden überall; nirgends deren Abhilfe.

Der Kriegsrath, indem er eigenwillig die Neutralität aufge-hoben und sich öffentlich den Feinden Frankreichs nnd HelvetienSzugesellt hatte, sann auf Alles, was seinen gewagten Schritt durchglückliche Erfolge rechtfertigen konnte. Nicht zufrieden, der kaiser-lichen Armee die furchtbaren Engpässe zur leichtern Vertheidigungder österreichischen Erblande, oder zum Angriff Cisalpiniens undHelvetienS übergeben zu haben, wollte er sie mit bewaffneter Mann-schaft unterstützen.

Das Volk von Bünden war nie für Kriegsfälle seit andcrt-halbhundert Jahren gerüstet und geübt worden. Zwar führte jederBund seinen Oberst, aber dieser kein geregeltes Heer. Das Zeug-haus des Landes, vereint mit dem der Stadt Chur, glich einemMagazin veralteter, fast unbrauchbarer Waffen. Den Bündnernmußte persönliche Tapferkeit für Kriegskunst, jeder Felsen für eineFeste, jeder Wald für ein Arsenal gelten.

Demungeachtet setzte der Kriegsrath das Volk (durch eine Ver-ordnung vom 30. Oktober) in Wchrstand. Die Mannschaft wurdein drei Haufen getheilt. Zum ersten gehörten die, welche schon infremden Diensten den Krieg erlernt hatten; zum andern, welchemit Schießgewehr nmzugehen wußten und solches besaßen; z»mdritten alle, welche alt und schwächlich waren, oder keine Flintenhatten, »nd das Vaterland mit Gabeln, Furken, Morgensternen,Spießen und Kenlen vertheidigen konnten. Jeder Krieger war ge-halten, sich selbst auf achtundvierzig Stunden mit Lebensmitteln