Frankreichs Vermittelung anzurufen. Ich theilte unfernWunsch mehrern Gliedern des helvetischen Direktoriums mit, welcheihn genehmigten. Es war der letzte Versuch, welchen wir wagenkonnten, und der durch den Anruf österreichischer Hilfe von Seitendes Kriegsraths mehr als gerechtfertigt schien.
Der Geist des Schreibens der Verfolgten, worin sie den Bei-stand Frankreichs anstehen, ist ein Zeuge derjenigen Leidenschaften,welche damals i» allen Gemüthern der Unglücklichen tobten, diewegen ihrer Liebe zur Freiheit, wegen ihres Haffes gegen Faktiouen-herrschaft, vom Vaterlande ausgestoßen, hilflos »mherirrten, undmit Weib und Kindern in Noth schmachteten. Wenn gleichdie kalte Vernunft den Ton der Leidenschaft nicht billigen mag,wird doch das unvergeßliche Elend jener Zeiten den Schrei desSchmerzes entschuldigen.
Glücklicher war inzwischen die herrschende Partei in ihren Be-mühungen gewesen. Bald nach der Entfernung Guiots eilte sie,ihre» großen Entwurf ins Werk zu stellen. Gerüchte von nahemEinbruch der Franken setzten erst das Volk i» bange Erwartung.Sein Haß gegen Frankreich schien die Rache desselben aufgefordcrtzu haben. Mit wildem Grimme rüstete sich Alles zum Widerstande.
In der Nacht vom 18. zum 19. Oktober vermehrte stch dasSchrecken. Die Sage lief plötzlich, es seien fränkische Truppen vonNrseren über Discntis eingerückt. Die Sturmglocken tönten in denThälern des Oberbundes. Bewaffnetes Volk strömte in Haufe»gegen Discntis. Der Morgen brach a». Man entdeckte die Täu-schung. Es war kein fräukischer Soldat über die Grenzen gegan-gen. Aber von der entgegengesetzten Seite des Landes hatten siebenBataillons Oesterreicher in der Stille der Nacht die Schanzen desLuzisteiges besetzt und sich bis Chur verbreitet.
Triumphirend, am Ziel seiner Wünsche, und von kaiserlichenWaffen umringt, stand der Kriegsrath. „Zur Sicherung unserer