Druckschrift 
33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
Seite
354
Einzelbild herunterladen
 

384

Würde seiner Negierung unangemessen, langer in GranbündenZeuge ihrer Beschimpfungen zu sein.

Er reiste ab. Am Tage vorher schrieb er mir seinen Entschluß.

Reichenau, 18. Vcndcmiaire Jahr 7.

.... Die Aechtung der Patrioten hat ihren Gipfel erreicht.Mehr denn fünfhundert derselben sind auf der Flucht. Weiberund Kinder haben sich mit ihnen gerettet. Der Anblick zerreißt mirdas Herz. Ach, daß der Moment bald erschiene, so viel Barbareizu strafen.

Ich glaube, daß die helvetische Negierung unter diesen unglück-seligen Verhältnissen feierlich mit ihrem Schutz jene tugendhaften,beklagenswürdigen Bürger decken sollte.-

Morgen verlasse ich dieses Land. Ich ziehe mich nach Nagazzurück. Ich kann Ihnen jetzt nicht Alles umständlich entwickeln.Es ist eilf Nhr und die Ordonnanz wartet ans die Briefe.Seit langer Zeit sah ich voraus, daß des Nebels Nebcrmaß diene,seine Heilung herbeiznführen. Gruß und Freundschaft.

Florent Guivt

6 .

Die helvetische Niegierung hatte unterdessen (im Oktober) ihrenSitz von Aarau nach Luzern verlegt. Ich war ihr dahin gefolgt.Das Unglück meiner Mitbürger, die erlöschenden Hoffnungen naherHilfe, Alles vergrößerte meinen Schmerz. An die Vereinigungder patriotischen Gegenden von Malans und Maienfeld durch ent-scheidende Erklärung der schweizerischen Regierung durfte von nnSNiemand glauben. Die zerstreuten Bündner drangen jetzt darauf,