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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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vor des Kriegsraths Versammlung, mehr um sich wieder gegendie empfangenen Vorwürfe in Vortheil zn setzen, als den Kricgsrathnach seinen Wünschen zu stimmen. Er bezeugte, daß er allerdingsnicht gesonnen sei, sich in des Landes innere Angelegenheiten zumische»; daß Frankreich Bünden keineswegs zur Vereinigung mitHelvetien zwingen wolle; daß aber, so lange Oesterreich die Neu-tralität Bündens nicht förmlich anerkannt habe, dies auch vonSeiten Frankreichs nicht geschehen werde.

Diese Erklärungen waren zwar vom Minister schon mehrmalsgegeben worden. Eben dieselben waren von dem AbgeordnetenBündens in Paris wiederholt crtheilt. Allein die Regierung Bün-dens ungeachtet der Gewißheit, welche jeder Tag über nahenAusbruch des Krieges verbreitete, schien nie mit Ernst auf die Er-haltung einer Neutralität hingearbeitet zu haben, welche ihrenAussichten und Zielen gefährlicher, als der ungewisse Ansgangeiniger Feldzüge sein konnte. Halb oder ganz vertraut mit denEntwürfen des Wiener Kabinets, durch die Schweiz ins InnereFrankreichs einzudringen; bekannt mit den Währungen der VölkerItaliens und der Schweiz, welche jenen Einbruch eben so sehr,als die stolze Sorglosigkeit des Lurembourg und die UngeheuernRüstungen des römischen und russischen Kaisers erleichtern mußten,bezweifelte sie nicht länger einen Ausgang der Dinge, der ihreeigenen Erwartungen weit übertreffen würde. Sie wählte daherlieber die Partei der Koalition gegen Frankreich, als Ruhe undSicherheit durch Neutralität. Sie kannte des Volkes Wankelmuthans zahllosen Erfahrungen, »nd mußte fürchten, bald wieder vorderjenigen Partei zu beben, die jetzt vor ihr zitterte.

Wiewohl Frankreich noch keinen festen Entschluß gefaßt zu habenschien, wenigstens die Erneuerung des Krieges durch verwickelteUnterhandlungen zu verzögern suchte, glaubte Guiot dennoch derZsch. Ges. Schr. 33. THI. 15*