345
merische Verehrer, als hier, wo er der crkorne Schutzgeist jederHütte und jedes Schlosses geworden zn sein schien.
Schon das Kreisschreibcn der drei Häupter, welches unterm3l. Anguss den Bundestag gen Jlanz bcschied, hatte den Tondeutlich angegeben. „Von Seiten des Kaisers," hieß cs, „hatlaut der Erbeinigung der Freiherr von Kronthal offiziell zn eröff-nen beliebt, daß Se. Majestät zu Gunsten der wahren Unabhängig-keit Mindens sich zuverlässig zu verwenden entschlossen seien, unddie Vertheidiger der alten Verfassung in allerhöchsten Schutznehmen werden, und zwar um so mehr, wenn Allerhöchstdieselbenvon allen drei Bunden nach der Form des ErbvereinS dazu werdenerfleht werden."
Die Sieger aber schienen selbst zu empfinde», daß, ihren Siegzu fesseln, es statt der schlaffen und weitläuftigen Bundesregierung,einer Diktatur in Bünden bedürfte, und einer bewaffneten Macht.Der Bundestag beschloß die Bewaffnung von 6000 Mann, undden Zügel der Landesregierung, bis nach hergestellter Ruhe, einemKriegSrathe zu übergeben.
Die helvetische Partei erkannte nur allzudeutlich, daß diese Be-waffnung mehr wider sic, als gegen einen auswärtigen Feindgerichtet sei. Sie erklärte die Rüstungen als unnütz und zwecklos.„Bünden," sprach sie, „ohne Waffen, ohne Munition, ohne M»nd-vorrath, ohne Geld, ist weder im Fall, einem feindlichen Ueber-fall zu widerstehen, noch eine bewaffnete Neutralität zu behaupten.Da weder Frankreich noch Oesterreich feindselige Absichten geäußerthaben: so werden diese eiteln Rüstungen nur ein beleidigendesMißtrauen in die Verheißungen einer oder der andern Macht ver-rathcn. Französische und kaiserliche Schaaren lagern an unser»Grenzen. Die Eifersucht beider nebenbuhlerischer Reiche bewachtunsere Neutralität besser, als unsere Gewalt es könnte. Laßt