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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
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öffentlichen Plätze waren mit Lustwandelnden angefüllt. Man hörteMnsik des Tanzes und den Gesang der Freiheitslieder.

Welch eine Verschiedenheit zwischen jetzt und ehemals. Ichhatte Stäfa im Jahre 1795 gesehen. Trauer »nd stille Ergebungin ein hartes Schicksal herrschten damals in allen Gemüthern undAntlitzen. Mit allzulantem Ungestüm hatte damals das Land dieAnerkennung verschollener Rechtsame von der gebietenden Stadtgefordert. Zürich hatte die Bitte wegen der Keckheit ihres Tonesverworfen. Die strenge Behandlung brachte das Volk zum Schwei-ge», ohne es zu beruhigen; Zürich erzwang einen Gehorsam, dernur, wie eine Hülle, den Sinn für Empörung bedeckte. DieStrafgerichte wurden Triumphe der Märtyrer; was Schande seinsollte, nahm den Glanz des Rühmlichen an.

Ich kann nicht läugnen, daß ich in der Stimmung der Stäfner,zur Zeit ihrer Unterdrückung und wieder in der Epoche ihresTriumphes, bei weitem weniger Leidenschaftlichkeit wahrnahm, alsin der Stimmung der Züricher.

Wir wurden in Stäfa bald von einigen Freunden erkannt.Man führte »ns umher durch das Dorf, welches sich durch Größe,Volkszahl und städtische Gebäude glänzend von den Nachbarschaf-ten unterscheidet. Hier hatte man ehemals Konzerte, Schauspieleund Lesegesellschaften, welches alles seit dem Jahre 1794 ver-stummt war.Aber wir sind nun frei, hieß es, und was verlorenist, wird wiederkommen!"

Unter den aufgepflanzten Freiheitsbäumen ward einer gezeigt,welcher sich durch einen muthwilligen Einfall auszeichnete. Mansah daran das Sinnbild der Gleichheit, eine Wage, schweben.In der einen Schale stand, als Zeichen der Stadt, eine Figur inehemaliger Amtstracht der Züricher Nathsherren; in der andern,einfach gekleidet, ein Landmann. Aber Wind und Wetter hatten