seine Schlucht, durch welche die große Straße von Deutschlandnach Italien führt; dort strömt der Rhein durch eine heitere Fläche,und scheidet vom Schweizerbodcn die büudnische Erde.
Die Straßen von Wallenstatt und Rheinthal gehen beiRagaz über den Rhein (die Zollbrücke) und verbinden sich mitder Hochstraße, welche bis Chur geführt und wohl unterhalten ist.
Als hätte vor undenklichen Zeiten die Gewalt eines Erdbebensden festen Alpengürtcl gesprengt, bildet eine Bergspalte im Unter-Engadin den Eingang von da ins Tyrol. Der Inn wälzt seinenschäumenden Strom in den Schlund. Eine Brücke beim EngadinerDorfe St. Martin trägt über den Strom zum Throlcr Boden.In der Tiefe des FelscnrachenS steigt das österreichische SchloßFinstermünz auf.
Außer diesen beiden Oeffnungen des Landes ist keine, welcheebenen Eingang ins Bündner Gebiet gibt, es sei denn das ThalMisor, welches sich vom Fuß des Bernhardin gegen die Gefildevon Bellinzona ergießt. — Selbst die große Handelsstraße nachItalien schweift über gedachten Bernhardin in die italienischeSchweiz, oder über den Splügenbcrg gegen Chiavenna hinab.
Die Schweiz und Bünden haben demnach nur bei Ragaz (undder Zollbrücke) und über den Bernhardin durchs Misorerthal zujeder Zeit sichere Verbindungen und befahrbare Straßen. Dieseaber befinden sich an den äußersten Spitzen der mitternächtlichenund mittäglichen Grenzen. Zwischen diesen beiden Punkten, dreißigStunden weit umher, hängen die Schweizerkantone mit Bündennur in unsicher» Sommerwegen zusammen, welche allein von de»benachbarten Landleutcn außer den Wintermondcn benutzt werden.
Derjenige Pfad, welcher, wenn man auf Vermehrung der Ver-bindungswege mit Helvetien denkt, vor allen andern die meiste Auf-merksamkeit verdient, ist über die Oberalp zwischen Urserenund Disentis. Wenigstens ist es hier in der ganzen Gebirgs-