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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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Seits der hohe Krispalt im Norden, verhüllt immerdar im fe-sten Eismantel; der wüste Lukmanier im Süden, an dessenSchneewelt die Sonne machtlos seit Jahrtausenden vorbeizog.

Der Krispalt pfianzt auf Mindens Mittcrnachtsgrenze die Fel-senmauer fort im schneercichcn Bepcha und dem schroffen Ka-la »da bis zu der kleinen Ebene bei Sargans.

Der Lukmanier aber schließt an sich eine größere Masse vonBergfirsten, welche in wildem Zickzack und Halbmond RhätiensMittagsseite umklammern. Zuerst lehnen sich an ihn die fürchter-lichen Eisgewölbe, ans welchen des Hinterrheins Quellen strömen;dann folgen die Höhen des Bernhardin und Splügen, mit denensich, durch eine Gruppe von Eisthälcrn und Felsenthürmcn, derSeptimer verknüpft. Es hängen an diesem in südlicher Rich-tung der Malöja und Bernina. Hier lagern zwischen den ewi-ge» Obelisken des Gebirgs, jene starren Eismeere, die in derAlpenkctte zn den ausgedehntesten gehören. ScchSzchn Stundenschätzt man ihre Länge, gegen zehn Stunden ihre Breite. Sicscheiden von Bünden das anmuthsvolle Valtelin, und reichen bisan das ungeheure Berglabyrinth der ehemaligen Grafschaft Bor-mio, welches an die Tyroler Gebirge rührt.

Der hochgezackte Nhätikon scheidet von Bünden das Land derTyroler. Er schweift in langer Linie von Südost gen Nordwest,bis wo sein letzter Pfeiler, der steile Falkniß am Nheinufer beiMaienfeld, gegen die Wolken ragt.

So ist das Völkchen von Rhätien durch seine Gebirge gegendie übrige Welt verrammelt, als wollte die Natur Selbstständigkeitoder Absonderung des kleinen Landes ertrotzen.

Nur zwischen Maienfeld und Ragaz, oder zwischen den Ge-birgsenden des FalknisseS und Kalanda, ist der große Felsringalso durchbrochen, daß man, ohne Berge zn übersteigen, ebenenLandes in Bünden eintreten mag. Dort öffnet der Luziensteig