Während die, welche sich Patrioten nannten, noch mit Ent-würfen umgingen, durch th eilwcise Einverleibungen Mindens inHelvetien das Ganze zur Nachfolge zu zwingen und die Familien-herrschaft auf immer zu zerstören, sannen die Häupter der öster-reichischen Faktion über einen Plan sehr verschiedener Natur.
So lange Frankreichs königlicher Thron stand, war das HausSalis dessen Fürsprecher in den Gebirgen gewesen. Erst die lnder Revolution erlittenen Verluste hatten es an die Sache desHauses Oesterreich geknüpft, deren Gegner es ehemals oft gewe-sen. — Die Familie Salis erkannte in den übcrmüthigcn Hand-lungen Frankreichs gegen Piemont, Aegypten, Rom, Helvetienund Neapel eben so viele Kriegserklärungen gegen den Kaiser; sahin Bernadotte'S Beleidigung durch den Wiener Pöbel den Vor-boten naher Feindseligkeiten beider Mächte und gründete ihre letztenHoffnungen auf den unausweichliche» Krieg. Der allgemeine HaßEuropens, welcher die Abscheulichkeiten des Lurcmbourg umringte,die Währungen im Innern des unzufriedenen Galliens, die Zer-streuung von dessen unvollzählige», übel verwalteten Armeen, dieErschöpfung und Verwirrung der Finanzen — alles schien denUntergang der stolzen Republik zu verheißen. Italien und dieSchweiz, beide der schamlosen Räubereien und Machtsprüche desfremden Volkes müde, schienen nur der Eröffnung eines neuenFeldzuges der Deutschen gegen Frankreich zu harren, um das Jochder Fremdlinge zu zerbrechen, welche sich jeden Tag mit Hochver-rat!) an den Rechten der Völker besudelten.
Die Schluchten und Engpässe Graubündens mußten dem Kaiservon unschätzbarem Werthc sein. Die Anhänger Oesterreichs, invertrauter Verbindung mit dem kaiserlichen Geschäftsträger, faßtendie Idee, sie dem Heere Oesterreichs auszuspielen, und doppelte-Rache zugleich an den Feinden im Innern und an Frankreich zuüben. Der gefährliche Entwurf, ansgegohren im Zorn des Ehr-