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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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geizes, mußte aber vom Volke selbst oder von einer durchs Landbevollmächtigten Regierung, wie Werk der eisernen Noth-wendigkeit, vollzogen werden.

Die Kette kaiserlicher Schaarcn schloß sich verstärkter an dieöstlichen Grenzen Graubündens, inzwischen der Geschäftsträger,Baron von Kronthal, zu Chur, öffentlich die Ursache davonnicht kennen wollte, und jedes Spruchs in Landesangelegenheitensich sorgfältig enthielt. — Die Franken hingegen ließen ihre Trup-pen tm Innern der Schweiz, während der Resident Guiot un-aufhörlich mit ihnen drohte.

Diese verschiedenartige Handlungsweise der Gesandten wurdevon den Anhängern Oesterreichs benutzt. Man ließ den Gemeindenerfahren, daß das crbvereinte Haus sich des bündnischcu Freistaatesmit Nachdruck gegen allfällige Gewaltthatcn Frankreichs anzunch-men fest entschlossen sei; daß es dem Kaiser nur um Aufrechthal-tung der rhäti sehen Verfassung, wie sie seit Jahrhundertenzur Zufriedenheit des Volkes bestanden, zu thun sei.

Oesterreichs vorgcspiegelte Großmulh mußte die Dankbarkeiteines Landes Wecken, welches den Zorn Frankreichs nur allzusehrauf sich gelenkt zu haben fürchtete. — Es schien der Sicherheitder Republik willen sogar vounöthen, Oesterreichs Schutz zu er-bitten. In Disentis, wo außer politischen Ursachen auch nochReligionSgründc eintraten, welche die dastge Abtei mit vielerBeredsamkeit geltend zu machen wußte, kam der gewagte Vorschlagzuerst in Anregung, daß die Republik sich unter den Schutzdes Hauses Oesterreich begeben solle. Zwar hielten die ge-heimen Führer den Zeitpunkt noch nicht für schicklich; doch war esihnen genug, daß das Volk mit jenem Gedanken, den es aus sichselbst geschöpft zu haben wähnte, vertraut ward, und ihn sogarin eben dem Verhältniß liebgewann, als sich gegen FrankreichHaß und Furcht vermehrten.