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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
Entstehung
Seite
310
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was die Mehrheit des souveränen Volks zn beschließen gutachte.Mit der allgemeinen Aufhebung aller einzelnen Herrschafts-Rechtemüßten auch die von RhäzünS verloren gehen.

„Die Hasen dekretirten einst die Gleichheit aller Thiere. DerLöwe antwortete nichts, wies aber seine Tatzen und Zähne." DieseFabel, welche einst der Stifter der chnischen Schule, Antisth enes,erzählte, lag im Mund« der Kaiserlich-Gesinnten. Das tiefe Schwei-gen Oesterreichs zn den Ereignisse» in Rom und Helvetien, die mitEifer im Innern seiner Staaten betriebene» Rüstungen, die Kälteund das Zögern des Wiener Hofes in den Unterhandlungen mitFrankreichs Machthabern, deutete» auf geheime Entwürfe? vonwelchen Bünden nicht ausgeschlossen sein konnte.

Zm Tprol und Vorarlberg sammelte sich ein kaiserliches Be-obachtungsheer. Die fränkischen Truppen näherten sich den Grenzenvon Graubünden. Die Faktionen wurden reger und thätiger, jenäher der entscheidende Moment rückte. Zwischen ihnen schwanktein ungewissen Richtungen das Volk.

Unterdessen war von Aarau ein zweites Aufforderungsschreibendes schweizerischen Direktoriums erschienen, welches Vereinigungforderte. Der französische Minister drang nun darauf, daß dieGemeinden abstimmen sollten. Die Patrioten, so wenig auch dieVerhältnisse der Schweiz anlockend waren, fühlten die Nothwen-digkeit einer Erklärung. Ihr eigenes Loos und die künftigenSchicksale des Vaterlandes hingen an derselben. Es schien nureillzugewiß, daß Bündens Selbstständigkeit im Lauf weniger Mondeenden, und diese kleine Republik entweder mit der Schweiz alleVerhängnisse derselben theilen, oder in Unterwürfigkeit gegenOesterreich, als Provinz dieser weitläufigen Monarchie, VenedigsLoos empfangen werde.

Der Landtag legte den Gemeinden das Einladungsschreiben derSchweiz vor, und verlangte Entscheidung: ob Bünden sich mit