285
sie mit Schüchternheit Gegenstände berührt, über welche der Weisestenicht ohne Besorgniß absprcchen darf.
2 .
Jeder Kanton der Schweiz machte, freiwillig oder gezwungen,seine eigene Revolution. Diese war daher nirgends dieselbe,sondern wechselte von Ort zu Ort Zweck und Mittel. Die Be-dürfnisse nnd Beschwerden waren nirgends die gleichen. Diejeni-gen, welche die Staatsverändcrungen wollten, oder ihr widerstan-den, hatten von Kanton zu Kanton kein gemeinsames Interesse.Die Ansichten und Beurteilungen der großen Verwandlung warendaher mannigfaltig und eben so verschieden, wie die Wünsche dessen,was an die Stelle des Eingcstürzten zu setzen sei.
Daher die ungeheure Zwietracht in Helvctien, welche wederdas Unglück drei verwüstender Jahre, noch die Gefahr der Vater-landsvernichtung tilgen konnte.
Granbünden hatte schon unabhängig von der Schweiz »nd demEinflüsse Frankreichs seine Reform begonnen, als die gesammteEidgenossenschaft noch in wirklicher oder scheinbarer Ruhe lag.Dort aber war es weder »m Einführung französischer Grundsätze,noch um Vereinigung mit der Schweiz, noch um das Einheits-system zu thnn, sondern um wesentliche Verbesserung der Landes-verfassung nnd LoSreißung von der Herrschaft allznmächtig gewor-dener Familien.
Dieser Kampf verlor sich nachher im Gewühl der großen Um-wälzung der Eidgenossenschaft, und das Interesse desselben ver-schmolz in das allgemeinere der Schweiz, ohne eigentlich durch seineNatur mit ihm verwandt zu sein.
Je näher die Zeit der helvetischen Staatsnmwälznng rückte, je