zeugte, und mit seinem Verschwinden ohne Maßstab und Recht-fertigung ließ!
Der Blick in die Wildheit der Staatsumwälzung erregt in mirdie Empfindung, welche mich bei der Geschichte der Völkerwande-rungen, oder der Reformatio» und ihrer Religionskriege ängstigt.Die konvulsivische Menschheit ist sich nicht selbst gleich; ichsehe Weisheit rasen und Tugend fehlen — und darf nicht wage»,sie zu verdammen.
Wen» jene alten, heilige» Bande gesprengt find, welche sonstdie Gesellschaft der Menschen zusammenzogen; wenn nur kaum dieVerknüpfung unter Acltern und Kindern, Brüdern und Gattenii» Sturm ausdaucrt; wenn die alten Gesetze verwischt, die neuenkaum geschrieben sind; alle Leidenschaften gegen einander im Harnischstehen; die Begriffe sich verwirren; Entzücken und Argwohn jederöffentlichen That nachschreien; ans dem Schoose der Feigheit dieGrausamkeit springt; wen» tm Taumel der Hoffnung und Furchtdas Nützliche mit dem Gerechten, die Ursache mit den Folgen, dasWesentliche mit dem Zufälligen in gleichem Werthe und Preiselaufen; wenn der rauschende Strom der Ereignisse alle Grundsätzehinwegstuthet; die Klugheit verzweifelnd nach dem Moment hascht,der schon nicht mehr ist, und die Weisheit an sich selbst irre wird;wenn im Wirbel entgegengesetzter Schicksale Eigenthum, persön-liche Freiheit, Lebe» und Ehre, Stütze und Schirm verlieren;wenn so jeder einzelne Mensch, so ein ganzes Volk Schwerpunktund Gleichgewicht cinbüßt, aus dem Gewöhnlichen hinweggeschlcu-dert, immer mit Uebertrcibung sieht, urtheilt, handelt; mit einemWorte: in einer Revolution — da gilt anderes Maß undanderes Gewicht zur Würdigung handelnder Personen. Der Mannin der Ruhe, der Mann in verzweifelnder Rastlosigkeit, — oderder Mann in friedlichen gleichlaufenden Verhältnissen, und derMann im Gewühle vorüberstürzender Ereignisse, wird zu einem