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ihnen in den Händen solches Mannes mehr Werkzeug schlauerSelbstsucht, als ungeschminkter Vaterlandsliebe schien.
Joh. Baptista von Tscharner, ehemals Bürgermeister derStadt Chur und Standcspräsident von Bünden, Vater einer zahl-reichen Familie, nud unverdrossener Arbeiter für sein Vaterland,hob den in Marschlinö verlornen Faden auf, und stiftete eine kleineAnstalt zu Jenins, einem Dvrse unweit Maienfeld, auf seinembeträchtlichen Landgute. Bald erweiterte er den Plan. Das ge-geräumige Schloß der Herrschaft Reichenau, am Zusammenflüssedes Vorder- und Hinter-NheinS, wurde einem neuen Seminar ge-widmet, und der Greis Nesemann, dessen Namen das gebildeteBünden ehrte, Tscharners Lehrer, trat als Direktor an die Spitzedesselben.
Doch Tscharners Bemühen, dem Staate eine Anstalt zugebe», in welcher auch die höher» Wissenschaften gelehrt wurden,verunglückte aus den gleichen Ursachen, wie das Marschlinser Phi-lantropin; selbst Ncsemanns anerkannte Verdienste konnten esgegen den Groll der bündnische» Fakttonen nicht schützen, undnicht von seinem Untergange retten. — Die Familie Salis sahin Tscharner das Haupt ihrer mächtigen Gegenpartei. Ausgerüstetmit mannigfaltigen Kenntnissen, durchdringendcmScharfsinn, schlum-merloser Thätigkeit, war er von allen rhätischen Patrioten langeder einzige Mann, welchen sie am meisten fürchtete.
Schon stand daS Seminarium von Reichenau seiner Auflösungnahe, als ich mich entschloß, den letzten Versuch zu seiner Er-haltung zn wagen. Tscharner trat mir, mit Vorbehalt einigerRechte, das Seminarium als Eigenthum ab; ich erwählte denehrwürdigen Nesemann znm Mitdirektor der Anstatt, »nd vonihm und der Thätigkeit des Herrn Bartels, eines jungen in ma-thematischen Wissenschaften ausgezeichneten Gelehrten, unterstützt,so wie von dem Fleiß der Unterlehrer, sah ich mit Vergnügen