das Institut wieder mit frische» Kräften emporgcheu, welches,von Bündner», Schweizern und Italienern zahlreicher besucht,dem Kampf der Parteien Trotz z» bieten schien.
Nie war die liebliche Einsamkeit von Netchenan schöner belebt.Selbst non Mailand und Genua wurden neue Zöglinge in ebendem Zeitpunkt angekündigt, als die Revolution der Schweiz sichgegen Graubünden zog, und ich, nachdem das Institut einigeJahre laug geblüht hatte, dasselbe im Maimonat 1798 aufzuhebengezwungen war.
Nur allzufrüh eilten meine Ahnungen in Erfüllung. Der rhä-tische Freistaat, non inncrn Währungen ergriffen und äußern Stür-men angefallcn, stürzte zusammen. Die Fluren am Ufer des Rheins,wo sonst jugendliche Unschuld und Freude spielten, verwandeltensich in Schlachtfelder erbitterter Heere; und die Säle, wo einstdie Lehren der Weisheit und Liebe offene Herzen, und die Künsteihre Altäre fanden, wurden Sterbekammern und Kerker derer, dieblutend oder gefangen dem Tode ans dem Kampfplatze entrannen.
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Eine Anstalt des öffentlichen Unterrichts, welche durch ihreEinrichtung und Zwecke sich von allen andern Schulen der Nach-bargcgendcn unterschied, scheint als Eigenthümlichkeit Bündens dernähern Beschreibung nicht unwerth.
Die Jünglinge, welche zu Reichenau gebildet werden sollten,waren meistens bestimmt, Landwirthe, Kanflente oder Gelehrte zuwerden. Vermöge der Staatsverfaffung hatte jeder derselben einstAnspruch auf die ersten Würden des Vaterlandes zu machen. Mitder wissenschaftlichen Bildung mußte zugleich Erweckung strengerSittlichkeit und republikanische» Sinnes vereint sein. Entfernt vonden Verführungen der Stadt und dem rohen Beispiele der Dorf-