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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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narium. Bald erhielt diese Erziehungs-Anstalt ausgebrcitetenRuhm. Nicht Bündner allein, sondern Schweizer, Deutsche undItaliener besuchten dieselbe, welche weit umher als die vorzüg-lichste in ihrer Art galt. Männer, die späterhin in der GeschichteBündcns und der Schweiz ausgezeichnete Rollen spielten, und dieersten Stellen des Staats betraten, empfingen dort ihre Bildung.

Aber auch diese Schule, ihres Ruhmes und ihrer Verdiensteungeachtet, ward weder vom Staate, noch von den Obrigkeitender Gemeinden unterstützt, sondern als Unternehmen wohldcnkcndcrPrivatleute, ihrem Schicksale überlassen; die Republik gedachtesich weder den Glanz noch den Segen einer Stiftung zuzuficher»,welche zu den Unentbehrlichkeiten des Landes gehörte.

Ulysses von Salis (franz. Minister oder Gesandter in Bün-de») blieb nicht gleichgültig. Dieser, im Besitz eines der größtenund ansehnlichsten Schlösser des Landes, genannt Marschlins,glaubte des Vaterlandes Nutzen mit seinem besonder» Vortheilnicht schicklicher verbinden zu könne», als wenn er sich an dieSpitze solcher Bildungs-Anstalt begäbe. Er stiftete ün Jahre 1771in dem Schlosse Marschlins ein Philantropin, nach Form desersten, vom Reformator des deutschen Schulwesens in Dessauangelegten. Mit diesem Philantropin ward das Seminarium vonHalvenstein vereinigt.

Der durch seine theologischen Schriften und Abenteuer zu jenerZeit berühmte Doktor Bahrdt empfing die Leitung der Anstalt.Er wandte jedes Mittel auf, derselben Leben und Glanz zu er-theilen. Dennoch blühte sie nicht lange, und nie konnte sie sichrühmen, dem alten Seminar von Haldenstein an innerm Werthgeglichen zu haben. Frühen Nus und frühen Untergang zugleich gabBahrdts Name und sein Leichtsinn dem Marschlinser Philan-tropin, Die Feinde des Hauses Salis, und vor allen des Mi-nisters, entzogen ihre Söhne dem Unterricht jener Anstalt, die