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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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und Kastanienwälder, scheut die mühsame Arbeit; zieht leichternGewinn vor. Der Deutsche, in rauhen Gebirgen, von Kindheit anzum strengen Kampf mit der Natur gewöhnt, ist fest und aus-dauernd. — Der Italiener ist freigebig, leichtsinnig, verschwen-derisch. Der Deutsche hält wirthschastlich das Seinige zu Rath,was im Schweiß des Angesichts erworben ward. — Der Italienerist heftig, feig, aber grausam und heimtückisch. Der Deutsche zürnt:ist unerschrocken, persönlich tapfer, aber zum Verzeihen geneigt,und redlich. — Der Italiener zieht List und Schlauheit dem Ruhmder Gradhcit vor; der Deutsche, minder geschmeidig im Denkenund Handeln, glaubt durch Falschheit seinen Ruf zu entehren.—Der Italiener ist wollüstig, liebt mit Leidenschaft, und Eifersucht.Der Deutsche, kälter» Bluts, liebt mit Anstand, ehrt Tugendund überläßt sich selbst dei gefährlicher Versuchung, welche dasHerkommen heiligt, nicht leicht unerlaubten Ausschweifungen. Znjenen Versuchungen gehören die nächtlichen Besuche, welche dieLiebhaber in den Gebirgen ihren Mädchen abzustattcn Pstcgeu.Man nennt in der Schweiz diese bis zu unser» Tagen gekommeneSitte der Vorwelt zu Chil tgehn, oder chilten; in Bünden zuHengert; in den Gebirgen von Franken z'Fenstcrn; im Throlz'Nachten, oder 's Haingartlen

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Erst in den letzten Jahrzehnden des achtzehnten Jahrhundertshatte Graubünden eine öffentliche Erziehungs-Anstalt, für dieSöhne reicher Geschlechter, welche den Besuch ausländischer Schu-len, oder Anstellung fremder Hauslehrer entbehrlicher machte. —Planta, ein Bündner Gelehrter, und Ne sc mann, ein Deut-scher, stifteten im Jahre 1760 zu Haldenstein, Schloß und Dorfam linken Nheinufer, im Angesicht der Stadt Chur, ein Semi-