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Verwaltung. Denn obgleich zn Zeiten auch uneigennützige Männerdie Regierung der Unterthanenschaft übernahmen, arbeitete dochihre Kraft wider den Strom langer Gewohnheit zn matt. DieGerechtigkeit ehrte nur sie, ohne des verwilderten Volkes Sinnzn bessern; und die einzelne gute That versank in der Menge vor-hergegangener und nachfolgender schlechten Verfügungen.
Inzwischen ist nicht zn längnen, daß auch der wärmere italieni-sche Himmel, glühendere Einbildungskraft, reizbarere Nerven n. s. w.,desgleichen innere Einrichtungen des Landes, und viele andereNebenumstände auf Veltlins Verschlimmerung der Gemüthsart hin-gewirkt haben. Die ehemaligen welschen Vogtcien der eid-genössischen Schweiz beherbergten ein weit verderbteres Geschlecht,als die Vogtcien in der deutsche» Schweiz. Das Volk desitalienischen Tyrols ist weit unmoralischer, rachsüchtiger, falscher,als jenes vom deutschredcnden Theile.
Valtelin, Eleven und Bormio waren von jeher das Va-terland der Rabulisten. Man begegnete auf allen Straßen einemTroß von Advokaten, Notariell, Konsnltatoren, Prokuratoren,Assessoren u. s. f. Die Prozeßwnth war grenzenlos. — In deritalienischen Schweiz fand das Gleiche statt. Im italienischen Throlherrschte dasselbe Nebel. Die Gerichtsstuben schollen von falschenEiden wieder. In dem einzigen Konfinen-Krcise des Tyrolsschwebten jährlich mehr Prozesse vor den Tribniialien, als in denübrigen Kreisen Tyrols, mit Ausnahme des Vorarlberg. In einemeinzigen Dorfe fand man drei bis vier Advokaten ansässig. Der Wan-derer begegnete in den trientinischen Bezirken bald hie, bald dadem auf einem Pfahl erhöhten Eisenkreuze (wnrtxri), dem schauer-lichen Denkmal gelnngencr Meuchelmorde, und die größere Anzahlder zn öffentlichen Arbeiten verdammten Züchtlinge sind Söhnedieser Landschaften.
Der Italiener ans mildern! Boden, im Schatten seiner Oliven-