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von Völker» macht, bei welchen die Demokratie gelten könne, paßtsich ganz dem Bündnerstaate an. Er hält diejenigen für die Be-sten, welche sich Feldarbeiten widmen. Die Demokratie, sagter, wird dort ohne Hinderniß eingerichtet, weil die Menge sichmit dem Ackerbau und der Hecrdenbesorgnng beschäftigt. Das ge-ringe Glück der Landleute erlaubt nicht, müßig zu sein, und läßtdiesen nicht viele Zeit, Versammlungen beizuwohnen. Gezwungen,das Nothwendige zu erwerben, gehört der Landmann ganz seinerArbeit und verlangt keine fremdartige Zerstreuungen. Er zieht länd-liche Geschäfte dem Vergnügen zu regieren vor; und wenn Aemternicht sehr einträglich sind, liebt er mehr den Gewinnst seinesFleißes. — Laßt solchem Volke das Recht, seine Obrigkeit zu er-wähle» , und deren Rechenschaft zu beurtheile», so wird es zufrie-den sein, und seinen Ehrgeiz begrenzen.
Der Stagyrit geht immer von dem Grundsatz ans, daß Ari-stokratie (Herrschaft der Weisen und Tugendhaften) die beste Grund-lage republikanischer Verfassungen sei, und so sich auch in der vonihm geschilderten Demokratie aristokratische Formen entwickeln kön-nen. Aber dem Manne, der die Konstitutionen von hundert undfünfzig Völkern sammelte und prüfte, konnte es nicht entgehen,daß die Demokratie beim leisesten Mißverständlich ausarten müsse. —In einer Demokratie, sagt er, wo Alle gleiches Recht zur Herr-schaft haben, ist cs gut, daß die Mittelklasse die größere sei.Sind die Meisten arm, so wird entweder Oligarchie werdenderen Charakter, nach Aristoteles Begriff, Herrschaft der Einzelnendurch Rcichthum, Geburt und Unterricht ist), oder Anarchie,und die Reichen werden geplündert (denn der Wille des Souveränsist Gesetz).
Die Geschichte Graubündcns ist eine Beispiclsammlung zu denLehre» des Aristoteles. — Das Volk, unwissend und träg, schwanktebeständig zwischen Oligarchie und Anarchie. Eine Weile gelenkt