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kannte man Sommerschnlen. Der Unterricht wurde auf drei bisvier Wintermonde beschränkt. Gewöhnlich wurden die Hausväterim Spätjahr versammelt, und dann von ihnen erst die Vorfrageentschieden: ob im bevorstehenden Winter Schule gehalten werdensolle oder nicht? Zuweilen fiel die Antwort so, daß das Dorfwährend eines ganzen Jahrs ohne Schule blieb.
Da, einige größere Dörfer und Flecke» ausgenommen, keineGemeinde fich rühmen kann, für den öffentlichen Unterricht mitbesonder» Fonds ausgerüstet zu sein: so muß der Schulmeister fichmit der ärmlichen Gabe begnügen, welche ihm jedes Kind vonSeite» seiner Aeltern bringt. Die Besoldung ist daher sehr gering,und Männer, welche irgend Fähigkeit besitzen, ihr Brod ans an-dere Weise zu gewinnen, machen ans die Lehrerstelle keinen An-spruch. Dazu kömmt noch, daß Parteiung sich eben so gut in dieSchulmeisterwahl, als in die Ernennung der Pfarrer oder desLandammauns mischt, und es nicht selten geschieht, daß der Lehrerder Dorfjngend selbst weder einen Brief leserlich schreiben, nochGedrucktes fließend ablesen kann.
Nicht ohne Kummer sahen viele redliche Männer die Verwil-derung ihrer Landsleute; aber jene unselige Selbstsucht einzelnerHerrschlustigen, welche in ihren Finsternissen vor jedem Lichtstrahlzittert, und mit der Veredlung der Menschheit ihre Kraft einbüßt,begnügte sich nicht nur, der Blindheit des Landmanns öffentlicheLobreden zu halten, sondern sie eiferte gegen jeden Versuch desBessern.
Es ist vergebliches Bemühen, solchen Menschen edlern Sinngegen Mitmenschen, und richtigere Uebcrzeugungen cinzuflößen.Ihr phosphvrischer Glanz erlischt, wenn keine Finstcrniß ist; dar-um hassen sie die Erleuchtung Anderer, während sic selbst auf ihrLicht stolz sind.
Die Schilderung, welche Aristoteles in seiner Politik (B.6. H. 4)