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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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logen nicht ohne wichtige Einwirknng bleiben. In jeder Hinsichtverdienen diese Beobachtungen erweitert zu werden.

Fast in gleichem Vcrhältniß, wie diese Schattirungen des Kli-ma's, »nd mit der Grenzlinie des wildwachsenden Laub- »nd Na-delholzes, trennen sich die Gegenden und Dorsschaften, welcheKröpfige und Kretinen zeugen. Wie auf die vegetabilische Naturwirken Licht und Schatten ans die animalische.

Die Stadt Chur, zum Beispiel, liegt im Schattenstrich. Siehat daher Kröpfige; doch erinnere ich mich nicht, daselbst eigent-liche Kretinen gesehen zu haben. Mannigfaltigere und bessere Nah-rungsmittel schwächen vielleicht des Nebels Kraft. Aber doch bemerktmau in dieser Stadt außer den Kröpfen viele ungesunde, verkrüp-pelte, nervenlahme Menschen.

Das Dorf Ems, ebenfalls im Schattenstrich gelegen, zwischenReichenau und Chur, ist vorzüglich reich an Mißgestalten, Unge-heuern Kröpfen, Taubstummen u. s. f., während das gegenüber-liegende Feldsberg, von Ems nur durch den Rhein geschieden,aber im Sonnenstrich, keine Kröpfige zählt, noch weniger Kretinen.

Im Ganzen genommen ist die Zahl dieser von der Natur Ver-säumten nur ein sehr geringer Theil des Volks. Ich zweifle auchdaran, daß man jene Verkrüppelung der Menschen jemals austil-gen werde, so lange die Lage der Dorsschaften dieselbe bleibt,und man sie nicht in die Sonnenseite verpflanzen kann.

Ich kehre zn meinen Gedanken über die wissenschaftliche Bil-dung des Volks zurück. Wenn diese sehr vernachlässigt ward, solag der Grund davon offenbar in der ehemaligen reindemokratischenLandesverfassung, und den Hoheitsrechten der Gemeinden. Nichtder Weiseste, sondern die Mehrheit des Volks gab das Gesetz.

So wie die Landlcute ihren Pfarrer wählten nach Willkür: soübten sie auch unbeschränkt das gleiche Recht über die Erzieher undLehrer ihrer Jugend. Nur in wenigen Ortschaften Graubündens