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33 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 6 (1854)
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verbessert werden würde. Die rhätische Christenheit evangelischenGlaubens, in Gefahr, dem alten Heidenthume in die Arme znfallen, trat mit de» verzweifelten Seelenhütcrn in Unterhandlung,nnd von jenem Jahre her schreibt sich die Pfründenverbcffcrung,deren ich oben erwähnte.

Bei dem gegenwärtigen Verfall des wahren Eifers in der Re-ligion, wo die Zähl der Märtyrer immer kleiner wird, und keinePrinzen königlichen Geblüts Thron nnd Purpur zurückwcrfcn, umin tiefer Armuth den Völkern das Evangelium zu predige», darfes uns demnach nicht Wunder nehmen, wenn in den rhätische»Gebirgen die Söhne reicher Familien, welche allenfalls für Schule»nnd Universitäten den nöthige» Aufwand machen könnten, sich wei-gern, den geistlichen Stand zn wählen. Er bleibt den Acrmer»überlassen, welche für die geringe Aernte eine geringe Aussaatopfern.

Der künftige Volkslehrer begibt sich zu irgend einem Dorf-pfarrer auf einige Jahre in Kost und Unterricht; erlernt etwasLatein, Glaubenslehre und Predigtenmachen, besucht, was abernicht immer der Fall sein muß, die theologische Schule zu Baseloder Zürich, und wirbt sodann um die erste Kanzel, so leer wirdim Vatcrlande. Die Landleute bestellen sich in ihrem Dorfbezirkden Pfarrer selbst. Es hängt von ihnen ab, demselben bis andas Ende seiner Tage ihr Seelenheil auzuvcrtrauen, oder ihnseines wichtigen Amtes zu entlassen. Der Pfarrer, schon durchdiesen kleinen Umstand gebunden, seine Gemeinde mit christlicherLiebe nnd Sanftmuth zu behandeln, wird ihr ei» Vorbild stillerErgebenheit in alle Schicksale.

Unter solchen Verhältnissen erreicht die wissenschaftliche Bildungder Geistlichen keinen hohen Grad; prunklose Frömmigkeit undDcmuth sind der einzige Schmuck, welcher ihnen bleibt. Männer,wie ein RosiuS a Porta, ein Saluz in Chur, oder der vor-Zsch, Scs. S-Hr. SS. Thl. 12

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