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mehr fürchterlich, als wahr. Die crfindsame Noth lenkt den Fleißauf andere Erwerbsmittel. Erfahrungen aus den Jahren 1798bis 1800, die schrecklichsten der Schwei; seit ihren Freiheitskrie-gen, gaben das Beispiel. Handel und Wandel lagen in vielenGegenden darnieder; drei verschiedene Kriegsheere überschwemmtendie Hälfte des Freistaates. Das Elend hatte seine Höhe erreicht,und dennoch erfüllte sich jene Drohung nicht. — Eben nur dieGegenden, welche sich ausschließend der Viehzucht gewidmet, em-pfanden das Elend am tiefsten. Von ihnen her durchstreiften diemeisten Bettler das Land; von ihnen her wurden die meisten Kin-der fremder Pflege anvertraut; — bei weitem geringer warenElend und Auswanderungen der Manufakturgegendcn. Kaum hatteder Friede die Schweiz von der Last ausländischer Heere befreit,so endeten die Auswanderungen. Die Aeltern holten ihre entfern-ten Kinder zurück. Die Zahl der Bettler war bei weitem so großnicht, als man gefürchtet hatte. Von Räuberbanden ward nichtsvernommen.
Wie ganz anders war der Zustand der Schweiz nach den b»r-gundischen Kriegen! Damals kannte man in Helvetien nochkeine Baumwollen - und Seidenspinner, keine Band- und Monffelin-weber. Und dennoch herrschte im Lande unaussprechlicher Jam-mer. Diebe und Mörder machten die Straßen unsicher. Herum-streifcnde Räuberbanden bedrohten die Städte, plünderten dieDörfer. Im Jahre 1480 wurden in der gesammtcn Schweiz tau-send fünfhundert Personen dieses Gesindels hingcrichtet, wovonallein Zürich stebenhunderten das Leben nahm.
Man spricht vom einreißcnden Sittenverderben der Manufaktur-gegenden. Es ist gewiß, daß mit steigender Kultur deren Vor-theile nie ohne deren Nachtheile erscheinen. Beide aber bleibenim ewigen Gleichgewichte. Wenn endlich die Sitten der Schwei-zerstädte Sitte» der reiche» Schweizerdörser werden, sollten diese